Qur’ān und Mond

Den gestirnten Himmel und die Zeichen an ihm findet man vielfach und immer wiederkehrend im edlen Qurʾān erwähnt. Dies ist auch ein Hinweis darauf, wie hoch der Stellenwert der Beschäftigung mit den Gestirnen im Islam sein sollte, sei es nun in einer aktiven Form durch das Studium der Astronomie oder auch einfach nur passiv in ehrfürchtiger Bewunderung dieser sehr prominenten Zeichen von Allāhs Schöpfung. Die Menschen und insbesondere die großen islamischen Gelehrten des Mittelalters wussten diesen Zeichen noch die gebührende Achtung entgegenzubringen und besaßen ein tiefgreifendes Verständnis darüber, heutzutage ist davon leider nur noch sehr wenig vorzufinden.

Die Erwähnungen des Mondes im edlen Qurʾān lassen sich thematisch in unterschiedliche Themen gliedern, die im Folgenden jeweils zusammenhängend dargestellt werden. Insbesondere die Zuordnung zu den ersten beiden Themen ist allerdings zum Teil willkürlich, da hier die Übergänge fließend sind.

Die Schöpfung

  • Euer Herr ist ja Allah, der die Himmel und die Erde geschaffen hat, in sechs Tagen, dann hat Er den Thron eingenommen, Er läßt die Nacht die Tageszeit einhüllen, sie sucht sie hurtig, und die Sonne und den Mond und die Sterne, Seinem Auftrag untergeben. (al-Aʿrāf, 7.54)
  • Hast du nicht gesehen, daß sich vor Allah niederwirft, wer in den Himmeln und wer auf der Erde ist, und die Sonne und der Mond und die Sterne und die Felsenberge und die Bäume und die Tiere und viele von den Menschen? (al-Ḥaǧǧ, 22.18)
  • Segenreich ist Der, welcher im Himmel Sternbilder gemacht hat, und der dort eine Lampe und einen Mond als Leuchte gemacht hat, Und Er ist es, der die Nacht und die Tageszeit aufeinander folgen läßt, für den, der sich erinnern lassen möchte oder dankbar sein möchte. (al-Furqān, 25.61-62)
  • Und wenn du sie fragen würdest: ‚Wer hat die Himmel und die Erde geschaffen und hat die Sonne und den Mond dienstbar gemacht?‘ Ganz bestimmt sagen sie: ‚Allah!‘ (al-ʿAnkabūt, 29.61)
  • Und manche von Seinen Zeichen sind die Nacht und die Tageszeit und die Sonne und der Mond. Werft euch nicht um der Sonne willen nieder und nicht um des Mondes willen, sondern werft euch nieder um Allahs willen, der sie geschaffen hat, wenn ihr Ihm dient. (Fuṣṣilat, 41.37)
  • Seht ihr nicht, wie Allah sieben Himmel in passenden Schichten geschaffen hat, Und Er den Mond in ihnen als Licht gemacht hat, und Er hat die Sonne als Lampe gemacht? (Nūḥ, 71.15-16)

Astronomische Beschreibungen, Zeitrechnung

  • Sie fragen dich nach den Neumonden. Sag: Es sind festgesetzte Zeiten für die Menschen und die Wallfahrt, … (al-Baqara, 2.189)
  • Er läßt den Morgen anbrechen, und Er hat die Nacht zur Ruhe gemacht und die Sonne und den Mond als Berechnungsmaß, dies ist das Bemessen des Mächtigen, des Wissenden. (al-Anʿām, 6.96)
  • Er ist es, der die Sonne als erhellendes Licht gemacht hat und den Mond als Leuchte, und Er hat für ihn Stationen bemessen, damit ihr die Zahl der Jahre kennt und die Berechnung. Allah hat dies nur gemäß der Wahrheit geschaffen, Er macht die Zeichen deutlich für wissende Leute. Ja, im Unterschied von Nacht und Tageszeit und was Allah geschaffen hat in den Himmeln und der Erde, sind bestimmt Zeichen für gottesfürchtige Leute. (Yūnus, 10.5-6)
  • Allah ist es, der die Himmel erhoben hat, ohne Säulen, die ihr seht, dann hat Er den Thron eingenommen, und Er hat die Sonne und den Mond dienstbar gemacht, jeder läuft zu einer festgesetzten Frist, Er lenkt die Angelegenheit, Er verdeutlicht die Zeichen, damit ihr vielleicht über das Zusammentreffen mit eurem Herrn sicher seid. (al-Raʿd, 13.2)
  • Und Er hat euch die Sonne dienstbar gemacht und den Mond, zwei Unermüdliche, und Er hat euch die Nacht dienstbar gemacht und die Tageszeit, Und Er hat euch gegeben von allem, was ihr von Ihm erbeten habt, und wenn ihr die Gnaden Allahs zählen würdet, ihr errechnet sie nicht… (Ibrāhīm, 14.33-34)
  • Und Er hat euch die Nacht dienstbar gemacht und die Tageszeit, und die Sonne und der Mond und die Sterne sind dienstbar gemäß Seinem Befehl. Hierin sind ja bestimmt Zeichen für Leute, die Verstand haben. (al-Naḥl, 16.12)
  • Und Er ist es, der die Nacht geschaffen hat und die Tageszeit und die Sonne und den Mond. Jeder schwebt in einer Himmelssphäre, (al-Anbiyāʾ, 21.33)
  • Siehst du nicht, daß Allah die Nacht übergehen läßt in die Tageszeit und die Tageszeit übergehen läßt in die Nacht, und Er die Sonne dienstbar gemacht hat und den Mond, jeder läuft zu einer festgesetzten Frist, und daß Allah dessen kundig ist, was ihr tut? (Luqmān, 31.29)
  • Er läßt die Nacht übergehen in die Tageszeit, und Er läßt die Tageszeit übergehen in die Nacht, und Er hat die Sonne und den Mond dienstbar gemacht, jeder läuft zu einer festgesetzten Frist, dies ist Allah, euer Herr, Sein ist die Herrschaft, … (Fāṭir, 35.13)
  • Und die Sonne läuft zu ihrer Ruhestätte, das ist die Bestimmung des Mächtigen, des Wissenden. Und der Mond, Wir haben ihm Stationen bestimmt, bis er zurückkehrt wie die alte krumme Dattelpalmrispe. Für die Sonne paßt es nicht, daß sie den Mond einholt, und die Nacht kommt nicht der Tageszeit zuvor, und jedes schwebt in einer Himmelssphäre. (Yā-Sīn, 36.38-40)
  • Er hat die Himmel und die Erde in Wahrheit geschaffen, Er windet die Nacht über die Tageszeit, und Er windet die Tageszeit über die Nacht, und Er hat die Sonne und den Mond dienstbar gemacht, jeder läuft zu einer festgesetzten Frist. Ist nicht Er der Mächtige, der Verzeiher? (al-Zumar, 39.5)
  • Die Sonne und der Mond, gemäß Berechnung, Und die Sterne und die Bäume, sie werfen sich nieder, (al-Raḥmān, 55.5-6)

Historische Ereignisse

  • Und als er (Ibrāhīm) den Mond hervorkommen sah, sagte er: ‚Dies ist mein Herr!‘, und als er niederging, sagte er: ‚Wenn mich nicht mein Herr rechtleitet, bin ich ganz bestimmt einer von den fehlgehenden Leuten!‘ (al-Anʿām, 6.77)
  • Als Jusuf zu seinem Vater sagte: ‚Mein Vater, ich habe elf Gestirne gesehen und die Sonne und den Mond, ich sah sie sich vor mir niederwerfen.‘ (Yūsuf, 12.4)

Tag des Gerichts

  • Die Stunde ist nahegerückt, und der Mond wurde gespalten, Und wenn sie ein Zeichen sehen, wenden sie sich ab und sagen: ‚Andauernde Zauberei!‘ (al-Qamar, 54.1-2)
  • Dann, wenn der Blick geblendet ist, Und der Mond verfinstert ist, Und die Sonne und der Mond versammelt sind, Sagt der Mensch an diesem Tag: ‚Wohin die Flucht?‘ (al-Qiyāma, 75.7-10)

Beschwörung

  • Keineswegs! Bei dem Mond, Und der Nacht, wenn sie den Rücken kehrt, Und dem Morgen, wenn er strahlt: (al-Muddaṯṯir, 74.32-34)
  • Also nein! Ich schwöre beim Abendrot, Und der Nacht, und was sie aufnimmt, Und dem Mond, wenn er zunimmt: (al-Inšiqāq, 84.16-18)
  • Bei der Sonne und ihrer Morgenhelle, Und dem Mond, wenn er ihr folgt, Und der Tageszeit, wenn sie aufhellt, Und der Nacht, wenn sie sie einhüllt, Und dem Himmel, und was ihn erbaut hat, Und der Erde, und was sie ausgedehnt hat, (al-Šams, 91.1-6)

Die Übertragungen der Qurʾānverse wurden entnommen aus Ahmad v. Denffer: „Der Koran. Die Heilige Schrift des Islam in deutscher Übertragung.“ 3. Auflage, München 1997.

Ahmad Kaufmann

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