Wann beginnt der Ramadân 1432 n.H.?

Die astronomischen Gegebenheiten zum Beginn des Monats Ramadān 1432 n.H.

Der geozentrische Neumond des Monats Ramadān tritt ein am Samstag, dem 30. Juli 2011 um 20:40 Uhr MESZ. Zu diesem Zeitpunkt geht der Mond an der Sonne vorbei und kann nicht gesehen werden, außerdem geht die Sonne in Deutschland gerade unter. Auch an anderen Orten auf der Welt kann die Mondsichel an diesem Tag noch nicht gesehen werden.

Am Sonntag, dem 31. Juli 2011 wird die Mondsichel erstmals im Westen von Australien gesehen werden können, später auch in Afrika südlich der Sahara, gute Sichtbarkeitsbedingungen bestehen in Südafrika. In Arabien und Nordafrika ist eine Sichtung auch mit starken Teleskopen noch sehr unwahrscheinlich, und Sichtungen in Asien oder Europa sind völlig unmöglich. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 31. Juli/29. Ša`bān nach dem Yallop-Kriterium, Quelle: Programm Accurate Times von Muḥammad Odeh – ICOP. Die Berechnung der Sichtbarkeitszonen über das Yallop-Kriterium beruht auf der Auswertung von mehreren Hundert Sichtungen oder Nicht-Sichtungen des Hilāls während der vergangenen 150 Jahre.

Ram32_1

(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen: Grün – Hilāl mit bloßen Augen leicht zu sichten; Gelb – Sichtung mit bloßen Augen ist nur unter günstigen Bedingungen zu erwarten; Magenta – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; Blau – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Weiß und rot – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich.)

Am darauf folgenden Montag, dem 1. August, kann die junge Mondsichel dann fast überall auf der ganzen Welt gesehen werden, wenn das Wetter es zulässt, auch erstmals in Europa. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 1. August/30. Ša`bān nach dem Yallop-Kriterium:

Ram32_2

(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen siehe oben)

Unter Anwendung des Prinzips der „lokalen Sichtung“ (Ikhtilāfu l-maṭāli`) und unter Betrachtung von Europa als einen zusammenhängenden Sichtungshorizont (Maṭla`) ergibt sich folgende Stellungnahme:

Der Monat Ramaḍān 1432 n.H. beginnt in Europa mit Sonnenuntergang des Montag, 1. August 2011. Der erste Fastentag ist somit Dienstag, der 2. August 2011. Wa-Llāhu a`lam.

Anmerkung: Im Falle der Anwendung des Prinzips der „globalen Sichtung“ (Ittiḥādu l-maṭāli`) ist die mögliche Sichtung der Mondsichel in Südafrika am Abend des 31. Juli 2011 zu berücksichtigen. Falls es von dort Sichtungsmeldungen geben wird, würde bereits an diesem Abend der Ramadān beginnen und der erste Fastentag wäre der 1. August. Wa-Llāhu a`lam.

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Zu den aktuellen Sichtungsmeldungen siehe auch: Ramadân-Mond 1432.

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17 Kommentare on “Wann beginnt der Ramadân 1432 n.H.?”

  • Cengiz schrieb am Juni. 21 2011, 13:08

    Esselamu Aleyküm,

    Jezakumullah für die nützlichen Informationen.
    Fastenbeginn ist somit 02.08.2011. Möge Allah Sie belohnen.
    Einen gesegneten Ramadan im Voraus…

  • Rahul schrieb am Juni. 22 2011, 18:21

    Selamunaleykum Brüder, also ich hab das mit der Anmerkung nicht verstanden. İn den türkischen Kalendern steht, dass Ramadan-Beginn am 1. August ist. Könnt ihr mir das bitte noch einmal erklären? Vielen Dank schon mal im Voraus Brüder, Allah beschütze Euch.

    Antwort: Wa `alaykum al-salâm, Bruder, es gibt unter den Gelehrten zwei Meinungen darüber, wie Sichtungen zu bewerten sind. Nach der Meinung „Ikhtilâfu l-matâli`“ (was ungefähr bedeutet „Verschiedenheit der Horizonte“) beginnt ein islamischer Monat erst dann, wenn in einer begrenzten Entfernung von dem betreffenden Ort die Mondsichel gesehen wurde (oder gesehen werden konnte). Diese Meinung ist stark durch die Sunna und durch die Praxis der Gefährten des Propheten (s) und der ersten Khulafâ‘ (r) belegt, außerdem aus verschiedenen Gründen vorteilhaft und wird daher auch von der Seite Mondsichtung.de bevorzugt.

    Nach der anderen Meinung „Ittihâdu l-matâli`“ (was ungefähr „Einheit der Horizonte“ bedeutet) beginnt ein islamischer Monat auch dann, wenn irgendwo auf der Welt die Mondsichel gesehen wurde, egal wie weit das von den betreffenden Ort entfernt war. Es ist allerdings eine Einschränkung zu beachten: Es sollte an dem betreffenden Ort noch nicht Nacht geworden sein, wenn irgendwo auf der Welt die Mondsichel gesehen wird. Obwohl diese Meinung von Mondsichtung.de nicht vertreten wird, informieren wir trotzdem darüber, weil wir niemandem Vorschriften dazu machen wollen. Es muss sich jeder selbst für eine dieser Meinungen entscheiden und dann danach handeln.

    Die türkischen Kalender sind nach der zweiten Methode berechnet, darum zeigen sie den 1. Ramadân schon am 1. August an.

    Ahmad Kaufmann

  • Havva schrieb am Juli. 15 2011, 0:58

    Esselamün aleyküm ve rahmetullahi ve berekatuhu….
    Das mit dem Beginn des Ramadan habe ich dank eurer hervorragenden Erklärung verstanden! Könnt ihr mir auch sagen wann somit Ramadan Bayram ist? Sukran für eure Antwort im Voraus.

    Antwort: Ein Artikel mit den entsprechenden Informationen wird in shâ’a-Llâh demnächst folgen. Wa-l-salâm

    Ahmad Kaufmann

  • Sandra schrieb am Juli. 15 2011, 16:15

    Assalamu aleikoum… ich freue mich „wahnsinnig“ auf Ramadan mit meiner Familie 🙂 ich wünsche Euch Allen eine schöne Zeit

  • Ahmet schrieb am Juli. 23 2011, 10:43

    Lieber Bruder Kaufmann,

    Sie schreiben:
    „Am Sonntag, dem 31. Juli 2011 wird die Mondsichel erstmals im Westen von Australien gesehen werden können, später auch in Afrika südlich der Sahara, gute Sichtbarkeitsbedingungen bestehen in Südafrika.“ Demnach beginnt für diese Gebiete der Ramadan bei Sichtung der Mondsichel mit dem 1. August.

    Deshalb gebührt hier die Gleichstellung der beiden Sichtweisen. Aber Sie haben ihre sozusagen eigene Sichtweise mit fetter Schrift betont und die andere Sichtweise als Anmerkung geschrieben. Beide gehören hier gleichberechtigt geschrieben zu werden.
    Nun hat der KRM zugunsten der Einheit der Muslime sich der zweiten Sichtweise angeschlossen und den Ramadanbeginn für den 1.August erklärt, was Fiqh technisch ganz in Ordnung ist. Sie hätten zumindest für Deutschland diese Angabe machen können.

    Antwort: Beide Sichtweisen wurden genannt. (Hat das der KRM übrigens auch gemacht?) Alle weiteren Bemerkungen dazu siehe drei Kommentare weiter oben.

  • Khalid schrieb am Juli. 24 2011, 1:37

    Thanks a million. I am an Omani studying in Germany and I trust your website.

    Danke nochmals!

  • Bruder Salim schrieb am Juli. 24 2011, 8:09

    bismillah
    as-salamu aleikum wa rahmatullahi wa barakatuh

    nun, es gibt lokale sichtung, globale sichtung und die entscheidung von den gremien hier, in der brd siehe http://www.islam.de mit festem beginn am 01.august. wie jedes jahr beginnen nun die meinungen zu diesem thema auseinanderzutrifften, siehe kommentare im letzten jahr.

    meiner meinung nach geht man nach dem, was in „seiner “ moschee entschieden wird. es gibt sehr viele, die absolut nach lokaler sichtung gehen werden. dadurch kommt es auch zum beispiel in österreich auch zu anderen ergebnissen.

    alles richtig… außer, der „kudelmudel“ beginnt wieder, wenn es eine sichtung gibt in einem „fernen arabischem land“, die plötzlich einen tag vorher mit bloßem auge den hilal vermelden, wo nun gar keiner sein kann… 🙂

    was-salam bruder salim

  • Ali schrieb am Juli. 25 2011, 14:44

    Salam

    Saudi Arabien wird Sonntag Abend verkünden, dass die einen US-Kampfjet, ehmmm, ich meine die Mondsichel gesehn haben und dann fasten alle Saudi-Anhänger am Montag. Dat is reine Politik! Saudi will immer eins der ersten Länder sein, das fastet oder feiert.

    Am Montag werden die Türken fasten und alle, die nach globaler Sicht gehen, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber Saudi sagt, sie gehen nach lokaler Sicht und in den letzten Jahren haben sie immer wieder Meldung gemacht, dass die den Mond gesehn haben, obwohl es wissenschaftlich nicht möglich ist. Schande!

    Antwort: In der offiziellen saudischen Verlautbarung zum Ramadânbeginn wurde erklärt, dass Sha`bân am Samstag, 2. Juli begann und dass aus diesem Grund die Bevölkerung aufgerufen wird, nach dem Ramadân-Mond am Samstagabend, 30. Juli Ausschau zu halten.

    Am 30. Juli geht die Sonne in Saudi-Arabien (genauer gesagt in Jidda) nur schon 2 1/2 Stunden unter, bevor der Neumond überhaupt geboren ist, von daher ist das ein ziemlicher Schwachsinn, was die Saudis da an diesem Tag von ihrer Bevölkerung verlangen. Aber sowas nennt man in der Wissenschaft „Fehlerfortpflanzung“: Wenn man beim Sha`bân schon einen groben und eklatanten Fehler gemacht hat, wie soll’s dann einen Monat später plötzlich stimmen? Auf jeden Fall kann man schon an fünf Fingern abzählen, was am Abend des 30. Juli aus Saudi-Arabien zu hören sein wird…

    Entweder der Mond wurde „gesehen“, dann beginnt der Ramadân zwei Tage vor den Zeichen, die Allâh (t) dafür vorgesehen hat, oder der Mond wurde nicht gesehen, dann beginnt der Ramadân immer noch einen Tag zu früh, weil man durch den falschen Sha`bân-Beginn dazu gezwungen ist. Auf jeden Fall ist man fein ‚raus und kann das in beiden Fällen wunderbar verargumentieren.

    „Ist es ein Flugzeug?“ – „Ist es eine Wolke?“ – „Nein, es ist Supermann, ähmm, natürlich der Hilâl!“

    Ahmad Kaufmann

  • Abdullah Nu'man schrieb am Juli. 29 2011, 3:10

    Assalamu aleykum,

    wenn der Hilal am 1. August nirgendwo in Europa gesehen wird, hieße das doch dann, dass der Sha’ban auf 30 Tage verlängert würde und der 1. Ramadan am 3. August wäre, oder irre ich mich da?

    Antwort: Wa `alaykum al-salâm, wenn man nach „lokaler Sichtung“ geht und wenn man annimmt, dass der 1. Sha`bân erst am 4. Juli gewesen wäre, dann ja.

  • Abdullah Nu'man schrieb am Juli. 29 2011, 12:17

    Assalamu aleykum,

    für wann hattet ihr denn den Sha’ban deklariert unter Berücksichtigung der Lokalsichtung für ganz Europa? Ist das Prinzip der Lokalsichtung, welches ihr anwendet und nachdem ganz Europa als eine Region betrachtet wird, ein durch islamische Rechtsgelehrte gesichertes? Wer hat „lokal“ definiert? Ich freue mich auf eine Antwort eurerseits.

    Barakallahu fikum

    Antwort: Wir „deklarieren“ (in dem Sinne, dass wir eine Rechtsgültigkeit dafür in Anspruch nehmen würden) in der Regel keine Monatsanfänge. Um eine Vergleichsgrundlage zu schaffen, wurde aber unter bestimmten Regeln ein Jahreskalender für viele Jahrzehnte berechnet. Die Regeln, die dafür angewendet wurden, und die Begründung für einzelne Entscheidungen sind in der Einleitung zu den Kalenderseiten zu finden. Diese Regeln stammen aber nicht von islamischen Rechtsgelehrten.

    Das Problem mit aktuellen Sichtungen innerhalb von „Europa als einer Region“ ist, dass wir derzeit kein flächendeckendes Beobachternetzwerk mit zuverlässigen Sichtungsmeldungen in Europa haben. Die besten Sichtungsmöglichkeiten gibt es immer in Spanien und Portugal, leider gibt es dort sehr wenige aktive Mondsichter und so gut wie gar keine Meldungen. Wir können also z.B. nicht ausschließen, dass der Hilâl in einigen Fällen in Spanien gesichtet wurde, nur gab es leider keine Meldungen von dort.

    Im Rest von Europa sind die Beobachtungsbedingen zum einen wegen der Mondposition in vielen Monaten oft ungünstig, und wenn sie mal günstig sind, spielt das Wetter nicht mit. Mir selbst gelingt meist nur ein oder zweimal im Jahr eine Sichtung des Hilâls am ersten möglichen Tag. Von daher ist es aber auch keine praktikable Lösung, beim Ausbleiben einer Sichtungsmeldung aus Deutschland oder Europa immer die Monate mit 30 Tagen voll zu machen. Dann sind wir nämlich ganz schnell bei 6 oder 8 Monaten nacheinander mit 30 Tagen, und das kann auch nicht sein. Solange wie es kein zuverlässiges Sichternetzwerk in Europa gibt, muss man andere Regeln in Betracht ziehen. Man muss ja auch im Auge behalten, dass man sich vom Rest der weltweiten Umma (wohlgemerkt von denen, die einen Kalender korrekt in Übereinstimmung mit Allâhs (t) Gesetzen und Zeichen festlegen) maximal einen Tag im Kalender entfernen sollte.

    Ob man da den Beobachtungsbereich erweitert (z.B. bis Marokko, wo im Übrigen eine sehr zuverlässige Mondsichtung betrieben wird) oder ob man den aktuellen Kalender dann mit theoretisch berechneten Daten (z.B. aus einem berechneten Jahreskalender) synchronisiert, wenn Sichtungen zu erwarten aber nicht gemeldet wurden, darüber wäre unter den Gelehrten zu diskutieren – wenn es nur jemand darunter gäbe, der das auf wissenschaftlicher Ebene überhaupt kapiert. Da das leider kaum der Fall ist, bleibt nur, aus seinem eigenen Verständnis der Problematik sich seine eigenen Antworten und Lösungsmöglichkeiten auf prinzipieller Grundlage der islamischen Regeln und unter Berücksichtigung der realen astronomischen, geographischen und meteorologischen Gegebenheiten darauf zu suchen.

    Ahmad Kaufmann

  • Abdullah schrieb am Juli. 30 2011, 13:11

    assalamu-alaykum,

    jazakum Allah khayra für eure Anstrengungen!
    Ich möchte aber eine Frage bezüglich der Einheitlichkeit und in Folge exakten Verlässlichkeit der wissenschaftlichen Berechnungsmethoden an euch stellen:
    Vergleicht man die von euch verwendeten Sichtbarkeitsbereiche mit denen auf http://www.moonsighting.com, so ist bemerkbar, dass in den letzten Jahren dort die Sichtbarkeitsbereiche immer früher deklariert sind (andere Berechnung scheinbar).
    Nicht, dass dies für Europa gesehen (egal ob globale, Gebiets-, oder Längengradsichtung) unbedingt zu einem anderen Ergebnis führen muss (wie dieses Jahr), aber möglicherweise schon. Wie beispielsweise, soweit ich mich erinnere, hätte es letztes Jahr bei globaler Sichtung (als auch längengradsbezogener Sichtung) für die mögliche Sichtung doch Auswirkungen bezüglich des Ramadanbeginns gehabt.

    Wie denkt ihr, kann man das Problem, welches sich durch unterschiedliche (anerkannte) Berechnungen bezüglich Sichtbarkeitszonen ergibt, lösen? Was haltet ihr davon um unmögliche „Sichtungen“ auszuschließen, die Berechnungsmethode zu berücksichtigen, welche noch am meisten Spielraum lässt und sich ansonsten an den im Aufenthaltsland (Gemeinde) verfolgten Ramadanbeginn hält?

    Möge Allah uns alle den Ramadan erleben und fasten lassen, unser aller Fasten annehmen, uns läutern und uns durch Seine Gnade ins höchste Paradies bringen.

    Antwort: Wa `alaykum al-salâm. In den letzten Jahren sind einige neue Mondsichtungskriterien entwickelt worden (Odeh-Kriterium, Shaukat-Kriterium), die die Sichtbarkeitszonen deutlich erweitert haben, da sie einzelne Sichtungen unter extremen Bedingungen oder den Einsatz von äußerst starken Teleskopen berücksichtigten. Wenn man diese Kurven zugrundelegt, weckt das völlig falsche Erwartungen. Man denkt dann als Nichtfachmann, dass es völlig normal und üblich sei, Mondsichtungen bis in die äußersten Bereiche dieser Kurven als gegeben vorauszusetzen. Dies ist aber nicht der Fall, sondern nur unter extrem günstigen Umständen und äußerst selten zu erwarten.

    Wir verwenden daher weiterhin das Yallop-Kriterium, das in dieser Hinsicht wesentlich „realistischere“ Voraussagen einer Sichtungsmöglichkeit bietet, wie man auch an den jeweils gemeldeten Sichtungen selbst nachprüfen kann.

    Ahmad Kaufmann

  • Güven schrieb am Juli. 30 2011, 17:30

    Nach der globalen Sichtmethode (2.Sichtweise) gibt es die Einschränkung, dass es woanders auf der Welt noch nicht Nacht geworden ist, wenn die Mondsichel irgendwo gesehen wird. Ist es nicht plausibel zu sagen, dass die Gebiete mit der gleichen Zeitzone zu einer Kategorie gefasst werden? Konkreter gesagt, liegt Deutschland in der gleichen Zeitzone mit Algerien oder Spanien. Das heißt, wenn in Spanien Abend ist, dann ist auch in Europa Abend und wenn in Spanien die Mondsichel gesehen wird, dann müsste sie auch in Deutschland gültig sein, auch wenn sie nicht gesehen werden konnte.

    So wäre mein Vorschlag an die Redaktion,dass all jene Gebiete,die in ihrer Weltkarte mindestens blau markiert sind, als erste Sichtzone oder Neumondszone bezeichnet werden. So wären doch alle Gebiete, in denen die Dämmerung eingetren ist, als gesichtet gewertet. Alle anderen Gebiete wie zB: Amerika oder Ost-Australien oder Japan den nächsten Tag abwarten müssten, da bei denen der Neumond am nächsten Tag eintritt. Salamun aleykum/ Student

    Antwort: Wa `alaykum al-salâm. Die von Dir genannte Einschränkung ist genau das, was von der offiziellen türkischen Berechnungsmethode (Diyanet) nicht berücksichtigt wird. Wir haben schon des öfteren darauf hingewiesen, weil das z.B. im letzten Jahr zu einem falschen Ramazan Bayramı führte. Wir bewerten aber die globale Sichtung in dieser Hinsicht korrekt in unseren Artikeln zum Ramadânbeginn oder den Festtagen.

  • Aischah schrieb am Juli. 31 2011, 12:09

    As selam alaikum,

    möchte mich herzlich für Ihre Bemühungen im astronomischen Bereich bedanken.
    Ich kämpfe hier in Österreich seit 20 Jahren um ein Verständnis der Logik der Mondsichtung und gegen die Traditionen von verschiedenen Ländern, was leider fast unter den hier lebenden Muslimen unmöglich ist. Daher feiern meine Kinder und ich auch meistens dann Bayram, wenn die anderen schon einen oder zwei Tage vorher gefeiert haben.
    Ich verstehe nicht, warum der Zentralrat der Muslime in Europa den Tag des Fastenbeginns nach globaler Sichtung festlegt, wenn klar festgestellt werden kann, wann der Hilal mit Sichtung in Europa gesehen werden kann. Schließlich halten wir uns bei unseren Gebeten ja auch an die Sonne, wie sie hier auf- und untergeht, und nicht, zu welcher Uhrzeit in Saudi Arabien gebetet wird.

    Allah s.a.t. verlangt von uns Verstand und, elhamdulillah sind wir in der jetztigen Zeit in der Lage, die besten technischen Mitteln zur Verfügung zu haben und elhamdulillah, gläubige, intelligente Muslime, wie Sie Herr Kaufmann, die uns dabei behilflich sind, den richtigen Weg zu gehen. Möge Allah Sie belohnen, amin.

  • Amina schrieb am Juli. 31 2011, 18:15

    @Aischah

    So wie du habe ich auch immer gedacht.
    Es steht im Buch „das buch des fastens von abdul aziz ibn baz,salih al- uthaimiin,al- munajjid “
    „Die Gemeinschaft der Gelehrten sagt, dass die Meinungsverschiedenheit über den Mondaufgang keine Berechtigung hat, dass nämlich nicht jedes Land nach seiner eigenen Sichtung fastet, sondern dass es ausreicht, wenn die Sichtung in einem der islamischen Länder feststeht, damit die ganze Ummah fastet.

    Einige Gelehrte, u. a. die hanafitische Rechtsschule und einige der Schāfi‘īten vertreten die Ansicht, dass jedes Land seine eigene Sichtung hat und dass die Sichtung von anderen für sie nicht verpflichtend ist.
    Doch Ersteres ist passender, da die Mehrheit der Gelehrten sich daran hält. Hierin liegen Einheit und Schutz vor Meinungsverschiedenheiten.“

    Also ist nach Mehrheit der Gelehrten die globale Sichtung als korrekt anzusehen… Ich warte mal ab wann und wo der Neumond gesehen wird.

  • Abdullah schrieb am Juli. 31 2011, 19:02

    assalamu alaikum. ich möchte Bezug nehmen auf den Kommentar von Ali vom Juli. 25 2011, 14:44 und auf die Antwort von Ahmad Kaufmann, da ich diesen Kommentar total daneben finde und er besser gelöscht werden sollte. Es hat nix damit zu tun, dass die Saudis immer die Ersten sein wollen. Die Meinung des Gelehrten Uthaymin z.B. ist es, dass jedes Land für sich selbst entscheiden sollte. Sure Baqara, 185: ungefahre Bedeutung: Wer auch immer den Mond sieht, soll fasten (http://islam-qa.com/en/ref/50487). Dieser Meinung muss man sich nicht anschließen, sie ist aber legitim! Wenn die Mondsichel zum ersten Mal in Südafrika gesehen wird, wie kann man von einem Eskimo verlangen, diesem Vers gerecht zu werden und das Fasten anzufangen, wenn man bei ihm den Mond gar nicht sieht? Ist es denn überhaupt zwingend notwendig, dass alle Muslime auf der Welt gleichzeitig anfangen und gleichzeitig aufhören? Ist das wirklich erstrebenswert? Es ist weder Fard noch Sunna noch mustahabb. Vielmehr sollten wir Muslime uns in anderen Punkten einigen und eine Umma werden und uns von der westlichen Knechtschaft befreien. Was interessiert es mich, ob Marokko z.B. einen Tag vor mir anfängt mit Fasten? Was habe ich davon? Wie dem auch sei, hört sich dieser Kommentar so an, als wären die Saudis Hinterwäldler, die nicht wissen, was sie tun. In Ta’if gibt es ein Gremium von Gelehrten, die sich nur mit diesem Thema befassen. Diese Menschen haben ihr Leben dem Studium des Islams gewidmet. Sie können den Qur’an und Tausende von Hadithen auswendig. Wie viel können sie eigentlich auswendig? Wo und was haben sie eigentlich studiert? Im Endeffekt sind sie auch nur Menschen und mit Fehlern behaftet wie alle von uns. Möglicherweise haben sie sich in diesem Jahr geirrt? Wie können wir es uns anmaßen, so eine abfällige Bemerkung über irgendwelche Brüder im Islam zu machen und dann zu verlangen, dass alle Muslime sich vereinigen sollen? Erstens ist es eine Sünde über Geschwister im Islam schlecht zu reden, zweitens ist es total unprofessionell. wAllahu alem.

    Bemerkung: Saudi-Arabien hat am Samstag, dem 30. Juli KEINE Mondsichtung bestätigt. Nach ihrem Kalender haben sie daher den Sha`bân mit 30 Tagen vollendet und beginnen ihr Fasten am Montag, 1. August. Der Irrtum liegt hier darin, dass der Sha`bân bereits einen Tag zu früh begonnen wurde und es somit überhaupt keine Rolle gespielt hat, den Ramadân-Mond zu sichten oder nicht.

    Ahmad Kaufmann

  • Aischah schrieb am August. 29 2011, 3:05

    @Amina
    Jeder kann frei entscheiden, ob er einer Rechtsschule folgt, oder wie du sich eine Meinung „aussucht“. Da der Beginn des Ramadans in vielen muslimischen Ländern (welches ist ein „islamisches“ Land?) am 1. August begonnen wurde, obwohl der Hilal nur in Australien und Südafrika gesehen werden konnte (offensichtlich kein islamisches Land), kann diese Entscheidung wohl nicht richtig gewesen sein.

    Bemerkung: Schwester, du vereinfachst das etwas. Um das klarer darzustellen: Saudi-Arabien geht offiziell nach „lokaler Sichtung“ und hat (fälschlicherweise und ohne das der Hilâl dort gesehen werden konnte) bereits am 1. August begonnen, weil sie ebenso falsch schon ihren Sha`bân einen Tag zu früh begonnen hatten. Viele arabische Länder (die ganze Golfregion ohne Oman, und die meisten Länder im Nahen Osten) folgen dann üblicherweise blindlings Saudi-Arabien (der „große Bruder“ kann ja unmöglich einen Fehler machen und wir müssen unsere Unterwürfigkeit demonstrieren, usw. bla, bla, bla…).

    Südafrika ist vielleicht kein „islamisches“ Land, aber es gibt dort eine riesengroße islamische Gemeinde, und das Ausschauhalten nach dem Hilâl in Kapstadt oder Durban ist dort jedesmal ein Event mit mehren Hunderten oder sogar Tausenden von Teilnehmern. Auch aus diesem Grund sind Sichtungsmeldungen von dort sehr zuverlässig. Da könnte sich so manches „islamische“ Land eine riesengroße Scheibe davon abschneiden.

    Das Heranziehen der Sichtungsmeldungen aus Südafrika am Abend des 31. Juli war daher völlig legitim für die Rechtsschulen oder Gemeinden, die nach „globaler Sichtung“ gehen und somit am 1. August den Ramadân begannen. Was die Türkei betrifft, so ist allerdings einzuwenden, dass dort weder eine Sichtung betrieben wird, noch Sichtungsmeldungen aus der Welt berücksichtigt werden. Der Diyanet-Kalender ist ein rein vorausberechneter Kalender, der nur bei diesem Ramadânbeginn in Sinne der „globalen Sichtung“ sozusagen nachträglich ein richtiges Ergebnis geliefert hatte.

    Ahmad Kaufmann

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