Wann beginnt der Ramadân 1440 n.H.?

Die astronomischen Gegebenheiten zum Beginn des Monats Ramaḍān 1440 n.H.

Der geozentrische Neumond des Monats Ramaḍān tritt ein am Sontag, dem 5. Mai 2019 um 0:45 Uhr MESZ.

Im Verlaufe dieses Tages, der dem 29. Ša`bān enspricht, kann die junge Mondsichel erstmals bei lokalem Sonnenuntergang im Afrika gesichtet werden. Unter erschwerten Bedingungen bestehen auch im Südwesten der arabischen Halbinsel und auch im Süden von Spanien und Portugal Möglichkeiten zur Sichtung des Hilāls (mit optischen Hilsmittel). In Asien und Mitteleuropa bestehen am Abend des 5. Mai noch keine Sichtungsmöglichkeiten. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 5. Mai/29. Ša`bān nach dem Yallop-Kriterium, Quelle: Programm Accurate Times von Muḥammad Odeh – ICOP. Die Berechnung der Sichtbarkeitszonen über das Yallop-Kriterium beruht auf der Auswertung von mehreren Hundert Sichtungen oder Nicht-Sichtungen des Hilāls während der vergangenen 150 Jahre.


(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen Gelb – Sichtung mit bloßen Augen ist nur unter günstigen Bedingungen zu erwarten; Magenta – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; Blau – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Weiß – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich; Rot – Neumond ist noch nicht eingetreten oder Mond geht vor der Sonne unter)

Lange nach Sonnenuntergang des 5. Mai bei uns kann dann die Mondsichel auch in Nord- und Südamerika gesichtet werden. In Australien, Asien und Mitteleuropa bestehen erst bei Sonnenuntergang des 6. Mai Möglichkeiten zu Sichtung der jungen Mondsichel. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 6. Mai/30. Ša`bān nach dem Yallop-Kriterium, Quelle: Programm Accurate Times von Muḥammad Odeh – ICOP. Die Berechnung der Sichtbarkeitszonen über das Yallop-Kriterium beruht auf der Auswertung von mehreren Hundert Sichtungen oder Nicht-Sichtungen des Hilāls während der vergangenen 150 Jahre.


(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen Grün – Hilāl mit bloßen Augen leicht zu sichten; Gelb – Sichtung mit bloßen Augen ist nur unter günstigen Bedingungen zu erwarten; Magenta – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; Blau – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Weiß – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich
Unter Anwendung des Prinzips der „lokalen Sichtung“ (Ikhtilāfu l-maṭāli`) und unter Betrachtung von Europa als einen zusammenhängenden Sichtungshorizont (Maṭla`) ergibt sich folgende Stellungnahme:

Der Monat Ramaḍān 1440 n.H. beginnt in Europa frühestens mit Sonnenuntergang des Sonntag, 5. Mai 2019 beim Vorliegen von Sichtungsmeldungen aus Spanien oder Portugal. Der erste Fastentag ist dann Montag, der 6. Mai 2019. Falls solche Meldungen nicht vorliegen, verschiebt sich der Monatsbeginn auf den folgenden Tag. Wa-Llāhu a`lam.

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Anmerkung: Im Falle der Anwendung des Prinzips der „globalen Sichtung“ (Ittiḥādu l-maṭāli`) fällt der erste Fastentag mit einer bestätigten Sichtungsmeldung aus Afrika bereits auf Montag, 6. Mai. Wa-Llāhu a`lam.

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Zu den aktuellen Sichtungsmeldungen siehe auch: Ramadân-Mond 1440.

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13 Kommentare on “Wann beginnt der Ramadân 1440 n.H.?”

  • Mursel schrieb am Mai. 1 2019, 16:03

    As-salāmu ʿAlaikum,

    Ich freue mich, daß wir diesen kommenden, besonderen Monat erleben und dabei sein dürfen.

    Für den Weg, der vor uns liegt, wünsche ich Euch und mir Kraft, Geduld und gläubige Menschen um uns herum.

    Möge ALLAH cc uns rechtleiten, Geduld geben, uns die Prüfungen erleichtern und den Fastenmonat annehmen. Amin.

    Lasst uns positiv und voller Freude als gutes Beispiel vorangehen und den Nichtmuslimen interessante und überraschende Momente bescheren und bereichern.

    Vergessen wir niemals: Alle Taten werden nach der Absicht gezählt und, so Gott will, am Jüngsten Tag angerechnet.

    Wa-salām Mursel

  • Abdulbaqi schrieb am Mai. 4 2019, 9:48

    As Salamu Alaikum

    Lieber Bruder,
    Du schreibst, dass am Sonntag der 29 Schaban ist. Laut vielen Ländern ist Sonnatg aber schon der 30. Schaban.

    Frage: Woher wissen wir genau, welches Datum stimmt und gibt es Länder und Organisationen, die es genauso datieren wie Du? Diese Frage ist für mich sehr wichtig.
    Möge Allah Dich für deine Mühen belohnen.

    As salamu Alaikum

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Diese Problematik ist uns bekannt und seit vielen Jahren Anlass für Diskussionen und Schlimmeres. Wir richten unsere Datierungen nach den klaren Zeichen Allâhs (t) und belegen dies regelmäßig und Monat für Monat mit den hier aus verschiedenen zuverlässigen Quellen zusammengetragenenen und mitgeteilten Sichtungsergebnissen. Unsere Datierungen beziehen sich dabei im engeren Sinn auf das Gebiet von Europa, so wie es im Vorwort zu den Jahreskalendern erklärt und begründet ist. In anderen Weltgegenden (Australien, Ostasien, Amerika) kann es dazu berechtigterweise Abweichungen geben, weil die Sichtungsbedingungen für den Hilâl anders sein können.

    Wenn andere Länder aber entgegen den klaren Zeichen von Allâh (t) anders datieren, so sollte man sie vielleicht mal fragen, warum sie das bewusst tun, und was ihre Verantwortlichen Allâh (t) gegenüber am Tag des Gerichts für Rechenschaft ablegen werden. Ich kann das nicht beantworten, aber das würde mich auch mal interessieren.

    Viele Grüße und salâm,
    Ahmad Kaufmann

  • Abdulbaqi schrieb am Mai. 5 2019, 8:49

    As Salamu Alaikum

    Vielen Dank Bruder für deine schnelle Antwort.
    Noch eine Wichtige Sache: Ich habe gelesen, dass es möglich sein soll, den Hilal zu sehen, obwohl es vom astronomischen Standpunkt aus unmöglich sei. Dies aufgrund von Lichtspiegelung oder Beugung des Lichtes.

    Ibn Taymiya hätte anscheinend darüber geschrieben, dass es sein kann, die Astronomen legen sich fest auf die Nicht-Sichtbarkeit des Hilal, jedoch wird er dennoch gesehen aufgrund von Lichtspiegelung von der Erdoberfläche oder so ähnlich. Ist das möglich oder realistisch?

    As Salamu Alaikum

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm, ich kenne jetzt diese spezielle Aussage Ibn Taymiyyas nicht. In der Tat ist es so, dass beim Untergang der Sonne bzw. des Mondes deren Lichtstrahlen durch die dichte Atmosphäre am Horizont gebeugt werden. Dieser Effekt heißt Refraktion und ist zum Vergleich etwa so stark, dass die Sonne direkt über dem Horizont etwa einmal um ihren Durchmesser höher gesehen wird als sie geometrisch ist. Mit anderen Worten: Man sieht die Sonne mit ihrem unteren Rand auf dem idealen Horizont aufsitzen, wenn sie geometrisch gerade mit dem oberen Rand unter dem Horizont verschwindet. Dieser Effekt ist etwas abhängig von Luftdruck und Temperatur, aber er ist sehr gut bekannt und wird von den Astronomen selbstverständlich in ihren Berechnungen für Sonnenauf- und -untergang oder Sichtbarkeit des Hilâls bereits berücksichtigt. Darüber hinaus sind keine magischen oder unerklärlichen Effekte bekannt, die es ermöglichen würden, den Hilâl zu sehen, wenn er nach den Astronomen nicht vorhanden ist. Man kann leicht die astronomischen Voraussagen mit den tatsächlichen Beobachtungsergebnissen gegenprüfen. Diese Daten sind im Internet verfügbar, auch wir geben immer eine Zusammenfassung bei den „Letzten Nachrichten“ an, und das passt über lange Zeiträume gesehen wirklich sehr gut zusammen. Das heißt, die Kriterien, nach denen die mögliche Sichtbarkeit des Hilâls im Voraus abgeschätzt wird, beruhen auf der Auswertung von Beobachtungen über viele Jahrzehnte und sie sind daher sehr zuverlässig. Wenn es Abweichungen gäbe, würde man das einfach anpassen, aber das ist nicht nötig, es passt schon.

    Als Grundsatz gilt: Die Berechnung einer Sichtungsmöglichkeit kann eine Beobachtung nicht ersetzen, die Beobachtung muss auch gemacht werden – und das kann schon an Wolken scheitern. Aber die Berechnung einer SichtungsUNmöglichkeit kann immer dazu verwendet werden, angebliche Sichtungsmeldungen als unmöglich, unglaubwürdig oder gefälscht zu beurteilen. Es gibt vereinzelte Fälle von zunächst unmöglich erscheinenden Sichtungsmeldungen, wo man genauer draufschauen muss, aber dass ist selten und führt auch selten zur nachträglichen Bestätigung.

    Viele Grüße und salâm,
    Ahmad Kaufmann

  • Andreas, Feilbach schrieb am Mai. 5 2019, 15:28

    AS salamu aleikoum,
    Ich finde eure Seite sehr schön jedoch etwas unübersichtlich.
    Frage: ist morgen Ramadan?

  • Abdulbaqi schrieb am Mai. 5 2019, 15:32

    As Salamu Alaikum

    Vielen Dank.
    Barak Allahu fiek für deine schnellen und ausführlichen Antworten.

  • Abdullah schrieb am Mai. 5 2019, 22:28

    Assalamu alaikum,

    wie sieht es denn aktuell aus mit Sichtungsmeldungen (mit bloßem Auge) aus Afrika? Barakallahu fik

  • Abdurrahman schrieb am Mai. 5 2019, 22:41

    As Salamu Alaikum

    Mich würde auch interessieren, ob es bereits Sichtungen im südlichen Europa gab, da ich diese Methode der globalen Sichtung vorziehe.

  • Magdalena schrieb am Mai. 5 2019, 22:49

    Assalamu alaikum.
    Ich lebe in Marokko. Bei uns wurde der Mond nicht gesichtet. Also ist unser erster Fastentag erst am Dienstag. Falls es jemand interessiert.
    Ich wünsche allen einen gesegneten Ramadan.
    Wassalam 

  • Kadir schrieb am Mai. 6 2019, 0:40

    http://www.icoproject.org/icop/ram40.html

    Hier werden die beiden Landkarten, welche auch Sie auf ihrer Homepage kopiert haben, jeweils mit einem Tag vorher datiert. Wie kommt es zu ihrer abweichenden Deklaration?

    Admin-Kommentar: Ich kann da keine abweichende Datierung erkennen. Ich schneide sie üblicherweise nur anders zusammen, da für uns der Bereich östlich von uns für die Entscheidung einer Sichtung des Hilâls von Relevanz ist und nicht die Gebiete westlich von uns, wo die Sichtung des Hilâls für uns in der Zukunft liegt (bezogen auf den Sonnenuntergang bei uns). Gottesdienstliche Handlungen (`Ibâdât) können nicht auf Ereignisse in der Zukunft begründet werden, sondern nur auf Ereignisse in der Vergangenheit oder Gegenwart.

    Ahmad Kaufmann

  • Salma schrieb am Mai. 6 2019, 8:24

    As salamu alaikum,
    das ist wahrscheinlich eine blöde Frage, aber bis wieviel Uhr (oder bis wann) muss der Mond am Vortag gesichtet werden, damit am Folgetag der erste Ramadan ist?

    Admin-Kommentar:Wa `alaykum al-salâm, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Die Beobachtung des Hilâls kann an einem Ort maximal (abhängig von den astronomischen Gegebenheiten) wenige Minuten bis zu ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang erfolgen. Danach gibt es sowieso nichts mehr zu beobachten. Die Entscheidung, ob man ihn an einem Ort gesehen hat oder nicht, sollte also bis zum `Ishâ‘-Gebet getroffen sein. Von Befürwortern der globalen Sichtung werden immer wieder Sichtungen viele Stunden nach unserem Sonenuntergang in Amerika ins Feld geführt. Sichtungsmeldungen aus Amerika, die erst viele Stunden nach Sonnenuntergang bei uns eintreffen, sind eine Erschwernis für den Muslim, der von klaren Gegebenheiten ausgehen muss und nicht viele Stunden in Unklarheit bleiben kann. Auch aus diesem Grund befürworten wir die lokale Sichtung und Sichtungen aus Amerika haben Bedeutung für Amerika, aber nicht für uns (siehe auch den Kommentar oberhalb).

    Viele Grüße und salâm,
    Ahmad Kaufmann

  • Abdullah schrieb am Mai. 6 2019, 11:13

    Assalamu alaikum, Ramadan Mubarak. Warum wurde von euch nicht die gestrige Sichtung (mit bloßem Auge) (in eurer Rubrik Sichtungsmeldungen) aus Nigeria (ICOP Member) berücksichtigt?

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Meldungen mit der Bezeichnung „Seen by others“ werden in der Regel von uns nicht berücksichtigt. Sowas hat den Status von „Ich habe etwas gehört von einem, der etwas gehört hat…“, das ist schon allein deshalb kaum vertrauenswürdig und nicht im Geringsten nachvollziehbar, da genauere Angaben nicht vorhanden sind. Auch für einen Qâdiy, der Sichtungsmeldungen entgegennimmt, gibt es im islamischen Recht Mindestanforderungen, die er an den Sichter zu stellen hat. Er muss ihn fragen nach Wo? und Wann? und Wie?, um die Sichtungsmeldung beurteilen zu können. Wenn solche Informationen nicht erhältlich sind, kann man es gleich vergessen, es hat rechtlich keinerlei Gültigkeit.

    Salâm,
    Ahmad Kaufmann

  • Abdullah schrieb am Mai. 6 2019, 13:40

    Barakallahu fik für die Antwort. Bezugnehmend darauf würde man im Falle Nigerias dem Sultan von Sokoto damit aber unterstellen, dass er nicht die entsprechende Qualifikation besitzt, die Sichtungsmeldungen, übrigens aus Minna, Niger State and Birnin Kudu, Jigawa State, zu verifizieren. In Hola, Tana River County, Kenia soll es ebenfalls eine positive Sichtung gegeben haben, die der Qadi von Kenia auch akzeptiert hat.

    Admin-Kommentar: Das sollte damit nicht gesagt werden. Ich schließe es auch durchaus nicht aus, dass in Westafrika der Hilâl tatsächlich gesichtet wurde, da diese Weltgegend in einer Sichtungszone für relativ gute Sichtbarkeit lag. Aber eine solche pauschale Aussage wie „Gesehen von irgendjemand“ reicht mir nicht aus. Ich beobachte diese Thematik schon viele Jahre und habe aus allen möglichen Gegenden schon haarsträubende Aussagen gesehen, die dann von offiziellen Autoritäten auch anerkannt wurden, weil die kein Interesse haben und keine wissenschaftlichen Grundlagen anwenden, um solche Aussagen entsprechend zu bewerten.

    Ahmad Kaufmann

  • Abdullah schrieb am Mai. 6 2019, 22:32

    Asalamoaleikum 

    Wann wurde der Mond in Deutschland gesichtet?

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Ich habe keine speziellen Informationen darüber, aber am Montagabend waren die Sichtungsbedingungen so günstig, dass er bei freiem Himmel sehr gut zu sehen gewesen sein muss. Für den Beginn des Ramadân spielte es keine Rolle mehr, da der Montag schon der 30. Sha`bân war.

    Gesegneten Ramadân,
    Ahmad Kaufmann

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