Wann ist das Opferfest (`Īdu l-Aḍḥā, Kurban Bayramı) 1427 n.H.?

Die astronomischen Gegebenheiten zum Beginn des Monats Dhū l-ḥijja 1427 n.H.

Der geozentrische Neumond des Monats Dhū l-h&#803ijja tritt ein am Mittwoch, dem 20. Dezember 2006 um 14:02 Uhr UT (d.h. um 15:02 MEZ). An diesem Tag könnte die junge Mondsichel bestenfalls mit optischen Hilfsmitteln (Teleskopen) im Südpazifik gesichtet werden. Erstens wäre aber zu dieser Zeit bereits Donnerstagmorgen in Europa, Afrika und Asien. Außerdem gibt es im Südpazifik keine Landmassen und dort finden sowieso keine regelmäßigen oder organisierten Beobachtungen des Hilāls statt. Das heißt, es sind keine Sichtungsmeldungen am Mittwochabend zu erwarten.

Sichtung in Arabien, Afrika oder Nordamerika sind an diesem Tag in jedem Fall völlig unmöglich, angebliche Meldungen aus diesen Regionen sind indiskutabel und als Täuschungen oder Lügen zu betrachten. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 20. Dezember nach dem Yallop-Kriterium, Quelle: Programm MoonCalc von Dr. Monzur Ahmed, GB – siehe hier. Die Berechnung der Sichtbarkeitszonen über das Yallop-Kriterium beruht auf der Auswertung von mehreren Hundert Sichtungen oder Nicht-Sichtungen des Hilāls während der vergangenen 140 Jahre.

(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen: A – Hilāl mit bloßen Augen leicht zu sichten; B – Sichtung mit bloßen Augen ist nur unter günstigen Bedingungen zu erwarten; C – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; D – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Außerhalb der Zonen A-D – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich.)

Am darauf folgenden Donnerstag, dem 21. Dezember, wird dann fast überall auf der Welt eine leichte Sichtung der jungen Mondsichel möglich sein: Australien, Indonesien, Südasien, Arabien, ganz Afrika, Südeuropa, sowie Süd- und Nordamerika. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 21. Dezember nach dem Yallop-Kriterium:

(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen A-D: siehe oben)

Aufgrund der Sichtbarkeitsbedingungen für den Hilāl lässt sich somit feststellen, dass der Monat Dhū l-ḥijja auf der ganzen Welt am Donnerstagabend, dem 21. Dezember 2006 beginnen wird, in šā’a-Llāh.

Der 10. Tag des Monats Dhū l-ḥijja fällt dann auf Sonntag, den 31. Dezember 2006. Das wird der erste Tag des gesegneten Opferfests (`Īdu l-aḍḥā, Kurban Bayramı) sein. Wa-Llāhu a`lam.

2. Stellungnahme von ICOP zum Opferfest (Deutsche Übersetzung)

Der folgende Text ist die Übersetzung einer offiziellen Stellungnahme von ICOP zum Opferfest. Der arabische Original-Text kann hier im PDF-Format eingesehen werden.

Im Namen Allāhs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Islamic Crescents’ Observation Project
19.12.2006

Sonntag ist der Erste der Tage des gesegneten Opferfests

Ing. Muḥammad Šawkat Odeh
Vorsitzender von ICOP

Die astronomischen Berechnungen weisen darauf hin, dass die [geo]zentrische Konjunktion des Monats Dhū l-ḥijja 1427 n.H. am Mittwoch, dem 20. Dezember 2006 um 14:01 GMT stattfinden wird. An diesem Tag ist eine Sichtung des Hilāls unmöglich in allen Staaten der islamischen Welt und in den meisten der Vereinigten Staaten, weil der Mond bereits vor der Sonne untergeht. Am Donnerstag, dem 21. Dezember ist eine Sichtung des Hilāls in den zentralen und südlichen Teilen von Asien, in Nordafrika und in Südeuropa unter Verwendung eines Teleskops möglich, während eine Sichtung mit bloßem Auge zu erwarten ist in Mittel- und Südafrika und im größten Teil des amerikanischen Doppelkontinents. Wenn man die Sichtung des Hilāls als Kriterium für den Beginn des Hijriyy-Monats annimmt, so muss der Beginn des Monats Dhū l-ḥijja dieses Jahres auf Freitag, den 22. Dezember fallen, und folglich ist Sonntag, der 31. Dezember der Erste der Tage des gesegneten Opferfests. Es ist aber erwähnenswert, dass wir trotz der Unmöglichkeit einer Sichtung des Hilāls am Mittwoch, dem 20. Dezember in allen Staaten der islamischen Welt aufgrund des Monduntergangs vor Sonnenuntergang feststellen, dass die zuständigen Stellen im Königreich Saudi-Arabien die Allgemeinheit der Bevölkerung aufforderten, den Hilāl am Dienstag, dem 19. Dezember aufzusuchen, d.h. zwei Tage vor dem Termin des richtigen Aufsuchens des Hilāls. Wir hoffen, dass dies nicht zu einem Fehler in der Festlegung des Termins des Fests und des Ḥajj in diesem Jahr führt, und dass der Monat Dhū l-ḥijja nicht wenigstens einen Tag vor seinem richtigen Termin beginnt.

Wenn man einem Blick wirft auf die Situation des Mondes am Mittwoch, dem 20. Dezember in einigen arabischen und islamischen Städten, so finden wir, dass der Mond 21 Minuten vor der Sonne untergehen wird in Kuwayt City, 20 Minuten vor der Sonne in `Ammān und Jerusalem, 19 Minuten vor der Sonne in Manāma, 18 Minuten vor der Sonne in Abū Ẓaby, Dawḥa und Kairo, 16 Minuten vor der Sonne in Rabat und 13 Minuten vor der Sonne in Makka al-Mukarrama. Dies bedeutet die Unmöglichkeit einer Sichtung des Hilāls am Mittwoch in allen Gebieten der islamischen Welt.

Am Donnerstag, dem 21. Dezember ergeben die topozentrischen Berechnungen des Hilāls bei Sonnenuntergang folgende Daten: In der Stadt Abū Ẓaby wird der Mond 43 Minuten nach der Sonne untergehen, sein Alter wird 22 Stunden und vier Minuten sein; in der Stadt Makka al-Mukarrama wird der Mond 47 Minuten nach der Sonne untergehen, sein Alter wird 23 Stunden und drei Minuten sein; in der Stadt `Ammān wird der Mond 41 Minuten nach der Sonne untergehen, sein Alter wird 23 Stunden und sieben Minuten sein; in der Stadt Kairo wird der Mond 43 Minuten nach der Sonne untergehen, sein Alter wird 23 Stunden und 23 Minuten sein; in der Stadt Rabat wird der Mond 47 Minuten nach der Sonne untergehen, sein Alter wird 26 Stunden und 26 Minuten sein. Die Sichtung des Hilāls wird am Donnerstag in Abū Ẓaby, Makka al-Mukarrama, `Ammān, Kairo und Rabat unter Verwendung eines Teleskops möglich sein, und der Hilāl wird sogar im Falle einer völlig klaren Atmosphäre und der Beobachtung durch einen Geübten mit bloßem Auge gesehen werden [können]. Zum Verständnis der Bedeutung dieser Zahlen sollte darauf hingewiesen werden, dass die kürzeste Verweildauer des Hilāls, die seine Sichtung mit bloßem Auge ermöglichte, 29 Minuten betrug, diese Sichtung erfolgte am 20. September 1990 in Palästina. Während das kürzeste Mondalter, das seine Sichtung mit bloßem Auge ermöglichte, 15 Stunden und 33 Minuten betrug, diese Sichtung erfolgte am 25. Februar 1990 in den USA. Aber es genügt nicht, dass das Alter und die Verweildauer des Mondes [einfach] diese Werte übersteigen, um seine Sichtung zu ermöglichen, denn die Sichtung des Hilāls ist noch von anderen Faktoren abhängig, wie seinem Winkelabstand von der Sonne und seinem Abstand vom Horizont im Moment seiner Beobachtung.

Um die Ergebnisse der Beobachtung des Hilāls des Monats Dhū l-ḥijja zu erfahren ist es möglich, die ICOP-Seite im Internet auf der Adresse http://www.icoproject.org zu besuchen. Das Projekt wurde 1998 gegründet und es umfasst derzeit mehr als 300 Mitglieder, Wissenschaftler und an Mondsichtung und Kalendern Interessierte. Das Projekt ermutigt die Interessierten in verschiedenen Staaten der Erde zur Beobachtung des Hilāls und zur Einsendung ihrer Beobachtungsergebnisse an das Projekt über seine Seite im Internet.

Übersetzung aus dem Arabischen: (c) Gerhard Aḥmad Kaufmann

3. Stellungnahme von ICOP zum Dhû l-hijja-Beginn (Deutsche Übersetzung)

Der folgende Text ist die Übersetzung einer offiziellen Stellungnahme von ICOP zum Dhū l-ḥijja-Beginn. Der arabische Original-Text kann hier im PDF-Format eingesehen werden.

Im Namen Allāhs, des Barmherzigen, des Allerbarmers

Islamic Crescents’ Observation Project
23.12.2006

Wir fasteten anlässlich einer Sichtung des Merkur und wir vollzogen die Ḥajj-Wallfahrt anlässlich einer Sichtung der Venus

Ing. Muḥammad Šawkat Odeh
Vorsitzender von ICOP

Was sich zur Bekanntgabe des Beginns des Monats Dhū l-ḥijja dieses Jahres 1427 ereignete, verdient eine erörternde Stellungnahme und eine Erläuterung der wissenschaftlichen Tatsachen, denn Saudi-Arabien gab eine erfolgte Sichtung des Hilāls am Mittwoch, dem 20. Dezember 2006 nach Aussage einer Anzahl von unbescholtenen Augenzeugen bekannt. Dies ist nicht das erste Mal, dass dort eine Sichtung des Hilāls bekannt gegeben wird, wenn der Mond eigentlich gar nicht am Himmel stand! Bekanntlich gelingt die Beobachtung des Hilāls nach Sonnenuntergang in der Nähe des Untergangsortes der Sonne, da sich die neue Mondsichel immer in der Nähe der Sonne befindet, und wenn seine Sichtung erfolgte, dann war der folgende Tag der Erste der Tage des [neuen] Monats, und wenn nicht, so war der folgende Tag der Vollendende [des vorigen Monats] und der neue Monat beginnt am darauf folgenden Tag. Was aber die Situation des Mondes am Mittwoch betrifft, so ging der Mond bereits vor der Sonne unter in allen Gebieten der islamischen Welt, beispielsweise ging der Mond in Makka al-Mukarrama 13 Minuten vor der Sonne unter. Wie konnten denn jene unbescholtenen Augenzeugen den Hilāl nach Sonnenuntergang beobachten, wo der Mond eigentlich schon vor der Sonne untergegangen war? Eine Annahme solcher Zeugenaussagen weist auf nichts anderes hin als eine Unkenntnis oder [bewusste] Ignorierung der wissenschaftlichen Konstanten, die heutzutage als unbestrittene Tatsachen klar geworden sind, und das Indiz für ihre Richtigkeit sind zahlreiche Beweise, die wir jeden Tag sehen [können]. Wir geben den Augenzeugen des vergangenen Ramaḍān keine Schuld, obwohl es schlimm war, dass sie den Planeten Merkur beobachteten und ihn für den Hilāl hielten. Was den Monat Dhū l-ḥijja betrifft, so stand [diesmal] der leuchtende Planet Venus in westlicher Richtung nach Sonnenuntergang an derselben Stelle, an der die neue Mondsichel sich befinden würde. Danach sieht es so aus als ob wir anlässlich einer Sichtung des Planeten Merkur fasteten und anlässlich einer Sichtung des Planeten Venus die Ḥajj-Wallfahrt vollziehen werden! Ist es nicht endlich Zeit für die Verantwortlichen zu begreifen, dass die Bezugnahme auf die wissenschaftlichen Daten derartige falsche Zeugenaussagen widerlegen wird und dass es der optimale Weg ist zum Handeln nach dem Ḥadīth des Gesandten Allāhs (ṣallā-Llāhu `alayhi wa sallam): „Fastet nicht bis ihr den Hilāl sichtet, und brecht das Fasten nicht bis ihr ihn [wieder] sichtet, und wenn er für euch verhüllt ist, so schätzt ihn!“ (Überliefert von al-Bukhāriyy und von Muslim mit ähnlichem Wortlaut), anstatt dass wir fasten anlässlich einer Sichtung dieses Planeten oder jenes Flugzeugs! Wir führen nicht lediglich Hypothesen oder nicht bekräftigte (ġayr mu’akkad) Aḥādīth an, denn wir nahmen bereits an offiziellen Sitzungen zur Feststellung von Hilāl-Sichtungen in den meisten Staaten teil und wir waren Zeugen dessen, was sich ereignet. Wie oft kam ein Augenzeuge und beschwor eine Sichtung des Hilāls, aber nach einer Diskussion mit ihm deckten wir auf, dass er den Planeten Venus gesehen hatte. In einem anderen Fall war der Rauch von Düsenflugzeugen der Hilāl! Auch sonst brachten sie uns sogar manchmal zum Lachen, denn einer von ihnen fragte nach der Art der Ähnlichkeit zwischen diesen [Himmels]körpern und dem Hilāl. In Wirklichkeit gibt es überhaupt keine Art der Ähnlichkeit zwischen ihnen, nur wenn der Beobachter die Beschaffenheit des Hilāls nicht kennt, wird er dazu gebracht zu glauben, dass er den Hilāl beobachtete, lediglich durch seine Sichtung irgendeines leuchtenden Körpers am Himmel! Wenn derjenige, der mit dem Augenzeugen diskutiert, Kenntnis über die Grundlagen der Hilālsichtung hat, dann wird er imstande sein zu wissen, was dieser Augenzeuge beobachtete. Wenn hingegen derjenige, der die Zeugenaussage entgegennimmt, nicht mit den einfachen Grundlagen über den Hilāl vertraut ist, dann liegt darin das Problem und es kommt zum Fehler!

Um auf den Hilāl des Monats Dhū l-ḥijja zurückzukommen, so gab Saudi-Arabien eine Sichtung des Hilāls bekannt trotz des Untergangs des Mondes vor der Sonne am Mittwoch, und wir fragen uns: Wie konnten diese Zeugenaussagen angenommen werden trotz des Vorhandenseins schlagender Beweise, deren Genauigkeit niemand diskutiert außer einem Ignoranten, und die einen Fehler in diesen Zeugenaussagen bestätigen? Warum erfolgt ein [bewusstes] Ignorieren der Wissenschaft bei diesem Verfahren? Versuchen die Verantwortlichen uns darüber zu informieren, dass sie kein Vertrauen in die Genauigkeit der astronomischen Berechnungen haben? Wir sind hier aufs Äußerste verwundert, nicht wegen ihres Anzweifelns der astronomischen Berechnungen, sondern wegen ihres Mangels an Interesse, sich von ihnen zu überzeugen. Denn sich von ihnen zu überzeugen bedarf keiner Anstrengung und keines Zeitaufwands, sondern es bedarf nur des Wunsches danach! Da sind wir nun und fordern heraus, ob die Termine des Monduntergangs sich von den vorausberechneten Terminen unterscheiden, denn der Erhabene und Höchste sprach: „Die Sonne und der Mond, gemäß Berechnung“ (55:5). Wenn wir also manchmal den Monduntergang am ersten oder zweiten Tag des Monats nicht sahen, so bleiben ca. 25 Tage mit der Möglichkeit für jeden Zweifelnden, dass er mit seinem bloßem Auge kontrolliert, wie der Mond in genau der vorausberechneten Minute untergehen wird. Wir sind uneingeschränkt bereit dazu, die Termine des Monduntergangs für jedes beliebige Gebiet in der Welt vorzulegen, um die Zweifelnden zu überzeugen! Es ist bedauerlich und eine Schande für uns, dass wir dieses Problem im 21. Jahrhundert diskutieren, zu einer Zeit, in der der Westen die astronomischen Berechnungen benutzte und er damit zum Mars und zur Venus gelangte, die wir von der Erde aus sehen und die einige Leute für den Hilāl halten! Dies sind die Termine des Monduntergangs in Makka al-Mukarrama für die kommenden fünf Tage, damit sie sie kontrollieren und sich vom Fehler beim Beginn des Monats Dhū l-ḥijja überzeugen [können]: Sonntag, 24. Dezember 2006 – 21:39, Montag – 22:39, Dienstag – 23:38, Mittwoch – kein Untergang, Donnerstag – 00:37. Das Schlimmste daran ist die Behauptung einiger Leute, dass die astronomischen Berechnungen immer genau sind – mit Ausnahme des engeren Zeitraums um die Entstehung des Hilāls herum. Im gleichen Maße wie dieses Argument lächerlich ist, umso leichter ist es in Frage zu stellen. Denn die Termine einer Sonnenfinsternis sind bis auf Bruchteile der Sekunde berechnet, und wir standen tatsächlich im Jahr 1999 zur Zeit der Sonnenfinsternis vor einer Menge von Anwesenden, und die Anwesenden beobachteten, wie die Scheibe des Mondes die Sonne genau in der vorausberechneten Sekunde verlies. Die Berechnung der Position des Mondes im Augenblick der Konjunktion wurde in ihrer Genauigkeit bestätigt durch den Beweis ihrer Beobachtung durch jeden Einzelnen! In Wirklichkeit war die Genauigkeit der astronomischen Berechnungen zur Zeit der Babylonier vor Tausenden von Jahren bereits besser als das Maß des Fehlers, das einige Leute in unserer heutigen Zeit den Berechnungen zuschreiben.

Es ist erwähnenswert, dass eine Sichtung des Hilāls [sogar] am Donnerstag in unserem Gebiet mit äußerster Schwierigkeit [verbunden] war, denn sechs Beobachter in den Emiraten unternahmen ein Aufsuchen des Hilāls unter Verwendung eines Teleskops, und es sahen ihn nur drei von den sechs durch das Teleskop, während ihn nicht einer mit bloßem Auge sah! Dies weist auf die Schwierigkeit bei der Sichtung des Hilāls sogar durch ein Teleskop am Donnerstag hin. Wenn eine Sichtung des Hilāls am Mittwoch mit bloßem Auge erfolgt wäre, so hätte dies bedeutet, dass man ihn am Donnerstag mit bloßem Auge mit völliger Leichtigkeit gesehen hätte. Aber in Saudi-Arabien meldeten [am Donnerstag] sieben Beobachter, dass ihnen eine Sichtung des Hilāls nur durch ein Teleskop möglich war, und nicht einer sah ihn mit bloßem Auge oder mit dem Fernglas, während eine Sichtung des Hilāls nur durch ein Fernglas in Iran und Kuwayt erfolgte. In Algerien war 14 Beobachtern eine Sichtung des Hilāls durch ein Fernglas möglich und nur vier von ihnen war eine Sichtung mit bloßem Auge möglich.

Was den Beginn des Monats Dhū l-ḥijja betrifft, so folgte die Mehrzahl der Staaten der Bekanntgabe Saudi-Arabiens, während eine Anzahl von Staaten den Beginn des Monats Dhū l-ḥijja für Freitag, den 22. Dezember bekannt gab, und das Opferfest wird in diesen Staaten am Sonntag, dem 31. Dezember sein. Unter diesen Staaten sind: Indonesien, Malaysia, Bangladesh, die Türkei, Iran und das Königreich Marokko, während Pakistan bekannt gab, dass der Beginn des Monats Dhū l-ḥijja am Samstag, dem 23. Dezember ist, wegen des Nichtvorliegens einer erfolgten Sichtung des Hilāls am Donnerstag bei ihnen. Dies ist korrekt, da nämlich eine Sichtung des Hilāls in Pakistan an jenem Tag nur mit äußerster Schwierigkeit und unter Verwendung eines Teleskops [möglich] war. Es sollte noch auf einen klaren Fehler hingewiesen werden, der sich verbreitete bis ihn einige als unbestrittene Tatsache annahmen, nämlich die Notwendigkeit einer Nachahmung Saudi-Arabiens beim Monat Dhū l-ḥijja im Hinblick auf die Ḥajj-Wallfahrt. Dies ist nicht korrekt, weder unter einem logischen noch unter einem wissenschaftlichen Aspekt, und nicht einmal unter einem Šarī`a-Aspekt. Denn was den Wallfahrenden betrifft, der nach Saudi-Arabien geht, so ist er daran gebunden, was ihm Saudi-Arabien bekannt gab. Aber was den Termin des Opferfests in den islamischen Staaten betrifft, so gilt seit der Zeit des Gesandten (ṣallā-Llāhu `alayhi wa sallam), dass alle Regionen ihre [eigene] Sichtung durchführen, dies wegen der Unmöglichkeit der Kommunikation zwischen den weit voneinander entfernten Regionen, welche erst möglich wurde in den letzten 50 bis 100 Jahren! Eine Situation, welche die Ungültigkeit dieser Hypothese bestätigt, tritt ein wenn der Hilāl in Saudi-Arabien nicht gesichtet wird, während er in den westlicheren Regionen gesichtet wird. Denn bekanntermaßen wird eine Sichtung des Hilāls umso leichter, je mehr wir uns nach Westen begeben. Wird denn z.B. das Königreich Marokko eine Sichtung des Hilāls bei ihnen übergehen und den Monat nicht beginnen, [nur] wegen des Nichtvorliegens einer erfolgten Sichtung des Hilāls in Saudi-Arabien? Natürlich nicht, denn dies ist in jeglicher Hinsicht nicht akzeptabel! Als eine Frage zu diesem Problem an Šaykh Ibn `Uthaymīn (raḥimahu-Llāh) [gerichtet wurde], bestätigte er das Nichtvorliegen einer Notwendigkeit im Nachfolgen Saudi-Arabiens, ebenso für den Monat Dhū l-ḥijja wie für die anderen Monate. Er sagte in seiner Fatwā vom 15. Rabī`u l-awwal 1421 n.H. wörtlich: „Der Hilāl ist in seinen Maṭāli` unterschiedlich zwischen einem Land und einem anderen, im Ramaḍān und in den anderen [Monaten], und das Urteil ist eines für alle [Monate]…“ Die Frage lautete: „Wir informierten uns bereits über die Fatwā Eurer Eminenz im Buch ‚Fatāwā islāmiyya‘, dass die Sichtung des Hilāls in einem Land nicht alle [anderen] Länder zu seinen Entscheidungen verpflichtet. Gilt dies auch für die Sichtung des Hilāls des Opferfestes (des Monats Dhū l-ḥijja)?“

Wir fordern nicht dazu auf und wir wünschen es nicht im Widerspruch zu stehen mit bestimmten Staaten, und wir fordern [nicht] die Verschiedenheit der islamischen Staaten beim Beginn der Monate, aber wenn wir zur Annahme des Prinzips der Einheit der Maṭāli` gelangen wollen, dann muss es auf der Grundlage einer korrekten Sichtung sein und nicht einer Sichtung, von deren Fehler wir überzeugt sind! Der Erhabene sprach: „… und steht einander bei zur Frömmigkeit und der Gottesfurcht, und steht einander nicht bei zur mutwilligen Sünde und der Übertretung…“ (5:2)

Ein Bild des Hilāls des Monats Dhū l-ḥijja durch ein Teleskop, wie es sich den Beobachtern in Saudi-Arabien am Donnerstag, dem 21. Dezember zeigte

Übersetzung aus dem Arabischen: (c) Gerhard Aḥmad Kaufmann
Übertragung der Qur’ānverse nach Aḥmad v. Denffer

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