Wann ist `Īdu l-Fitr (Ramazan Bayramı) 1425 n.H.?

1. Die astronomischen Gegebenheiten zum Beginn des Monats Šawwāl 1425 n.H.

Der geozentrische Neumond des Monats Šawwāl tritt ein am Freitag, dem 12. November 2004 um 14:28 Uhr UT (d.h. um 15:28 MEZ). Nach exakten astronomischen Berechnungen würde die junge Mondsichel an diesem Tag bestenfalls mit optischen Hilfsmitteln (Teleskopen) im südlichen Pazifischen Ozean gesehen werden können. Dort gibt es allerdings keine Landmassen. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 12. November nach dem Yallop-Kriterium, Quelle: Programm MoonCalc von Dr. Monzur Ahmed, GB – siehe hier. Die Berechnung der Sichtbarkeitszonen über das Yallop-Kriterium beruht auf der Auswertung von mehreren Hundert Sichtungen oder Nicht-Sichtungen des Hilāls während der vergangenen 140 Jahre.

Sichtbarkeitszone Shawwâl 1425/1

(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen: C – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; D – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Außerhalb der Zonen A-D – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich.)

Am darauf folgenden Samstag, dem 13. November, wird dann fast überall auf der Welt eine leichte Sichtung der jungen Mondsichel möglich sein. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 13. November nach dem Yallop-Kriterium:

Sichtbarkeitszone Shawwâl 1425/2

(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen: A – Hilāl mit bloßen Augen leicht zu sichten; B – Sichtung mit bloßen Augen ist nur unter günstigen Bedingungen zu erwarten; C – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; D – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Außerhalb der Zonen A-D – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich.)

Die astronomischen Daten ergeben somit, dass das Ramaḍān-Fest weltweit von allen Muslimen gemeinsam am Sonntag, dem 14. November 2004 n.J. begangen werden kann. Das gilt sowohl bei Anwendung des Prinzips der lokalen Sichtung (Ikhtilāfu-l-maṭāli`), als auch bei Anwendung des Prinzips der globalen Sichtung (Ittiḥādu-l-maṭāli`).

Da auf dem amerikanischen Kontinent das Fasten im Monat Ramaḍān korrekterweise bereits am Freitag, dem 15. Oktober begonnen wurde, wird dort somit 30 Tage gefastet werden. In Asien, Arabien, Europa und Afrika, wo korrekterweise das Fasten im Monat Ramaḍān erst am Samstag, dem 16. Oktober begonnen wurde, wird in diesem Jahr nur 29 Tage gefastet werden. Wa-Llāhu a`lam.

2. Stellungnahme der AUASS zum Ramadân-Fest

Arabische Union für Astronomie und Weltraumwissenschaften

Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Sonntag, der 14. November ist der Erste der Festtage

Ing. Muḥammad Šawkat `Odeh
Stellv. Vorsitzender des Komitees für die Neumonde, Kalender, und Zeitbestimmung
Arabische Union für Astronomie und Weltraumwissenschaften (AUASS)

Sonntag, der 14. November 2004 n.J. fällt auf den Ersten der Tage des Monats Šawwāl in diesem Jahr, weil sich die geozentrische Konjunktion des Monats Šawwāl 1425 n.H. am 12. November um 14:27 Uhr UT ereignen wird. An diesem Tag ist die Sichtung des jungen Mondes von allen Staaten der islamischen Welt aus unmöglich, denn der Monduntergang [erfolgt] vor dem Sonnenuntergang. Am Samstag, dem 13. November ist eine Sichtung des jungen Mondes unter Verwendung eines Teleskops zu erwarten in Südost-Asien, den meisten Golf-Staaten, den Ländern von al-Šām, Nordafrika, Südeuropa und dem nördlichen Nordamerika, während eine Sichtung des jungen Mondes mit bloßem Auge zu erwarten ist im Süden der Arabischen Halbinsel, in der Mitte und im Süden des afrikanischen Kontinents, in der Mitte und im Süden von Nordamerika, und im südamerikanischen Kontinent.

Was die Situation des Mondes bei Sonnenuntergang am Samstag in einigen arabischen und islamischen Städten betrifft: In der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur wird sich die topozentrische Konjunktion (Neumond) am Freitagabend um 23:17 Uhr lokaler Zeit ereignen, am Samstag wird die Sonne um 18:58 Uhr untergehen und der Mond um 19:40 Uhr, d.h. der Mond wird für die Dauer von 42 Minuten nach Sonnenuntergang am Himmel anwesend bleiben; das Mondalter wird im Moment des Sonnenuntergangs 19 Stunden und 41 Minuten betragen. Daraus folgt, dass die Sichtung des jungen Mondes in der Stadt Kuala Lumpur am Samstag mit bloßem Auge [nur] schwierig möglich ist. In der Stadt Makka al-Mukarrama wird sich die topozentrische Konjunktion (Neumond) am Freitagabend um 18:52 Uhr lokaler Zeit ereignen, am Samstag wird die Sonne um 17:42 Uhr untergehen und der Mond um 18:23 Uhr, d.h. der Mond wird für die Dauer von 41 Minuten nach dem Sonnenuntergang verweilen; sein Alter wird zur Zeit des Sonnenuntergangs 22 Stunden und 50 Minuten betragen, daraus folgt, dass eine Sichtung des jungen Mondes in der Stadt Makka al-Mukarrama am Samstag mit bloßem Auge [nur] schwierig möglich ist. Betreffend die Stadt `Ammān, so wird sich die topozentrische Konjunktion (Neumond) am Freitagabend um 17:40 Uhr lokaler Zeit ereignen, am Samstag wird die Sonne um 16:43 Uhr untergehen und der Mond um 17:17 Uhr, dies bedeutet, dass der Mond für die Dauer von 34 Minuten nach dem Sonnenuntergang sichtbar sein wird; sein Alter zur Zeit des Sonnenuntergangs wird 23 Stunden und drei Minuten sein, daraus folgt, dass eine Sichtung des jungen Mondes in der Stadt `Ammān am Samstag nur unter Zuhilfenahme eines Teleskops möglich ist. In der mauretanischen Hauptstadt Nuakchott wird sich die topozentrische Konjunktion (Neumond) am Freitagabend um 15:08 Uhr lokaler Zeit ereignen, am Samstag wird die Sonne um 18:27 Uhr untergehen und der Mond um 19:19 Uhr, d.h. der Mond wird für die Dauer von 52 Minuten nach dem Sonnenuntergang verweilen; sein Alter wird zur Zeit des Sonnenuntergangs 27 Stunden und 19 Minuten sein, daraus folgt, dass eine Sichtung des jungen Mondes am Samstag in der Stadt Nuakchott mit bloßem Auge leicht möglich ist.

Hiermit ruft die Arabische Union für Astronomie und Weltraumwissenschaften die Bevölkerung auf, den jungen Mond des Monats Šawwāl am Samstag zu suchen und ihre Ergebnisse an die Union einzusenden, weil die Union seit fünf Jahren monatlich die Ergebnisse des Aufsuchens der Mondsichel veröffentlicht, und zwar im Internet auf der Adresse http://www.jas.org.jo/icop.html.

Wir bitten die Verantwortlichen in den islamischen Staaten, [dass sie] die Bevölkerung nicht dazu aufruft, den jungen Mond am Freitag zu suchen, da der Mond an jenem Tag in allen islamischen Staaten vor der Sonne untergeht. Denn was gibt es für einen Grund die Bevölkerung dazu aufzurufen etwas zu suchen, was nicht vorhanden ist? Der Tag, an dem man den jungen Mond suchen sollte ist Samstag, weil die Möglichkeit einer Sichtung des jungen Mondes an diesem Tag zwischen der Möglichkeit einer Sichtung nur unter Verwendung eines Teleskops und der schwierigen oder leichten Sichtung mit bloßem Auge schwankt, in dem [einen oder] anderen Gebiet.

Es ist wert, die Übereinstimmung der Beobachtungsergebnisse der Mondsichel des Monats Ramaḍān mit den zuvor [angestellten] astronomischen Berechungen zu erwähnen, denn die astronomischen Berechnungen wiesen im Voraus darauf hin, dass die Sichtung des jungen Mondes am Donnerstag, dem 14. Oktober nicht möglich sein würde. Tatsächlich stimmten alle Beobachter der Mondsichel in den islamischen Staaten darin überein, dass die Sichtung des jungen Mondes am Donnerstag nicht möglich war. Darunter waren astronomische Experten, die am Donnerstag eine Suche der Mondsichel des Monats Ramaḍān auf dem Gipfel des Jabal Šams im Sultanat `Oman vornahmen, dessen Höhe 3000 m über NN beträgt. Sie verwendeten drei Teleskope zur Suche nach dem jungen Mond, und die Mondsichel wurde nicht gesehen, wie eigentlich zu erwarten war. Darüber hinaus unternahmen astronomische Experten eine Suche der Mondsichel vom höchsten Gipfel des Jabal al-Šarāt in Jordanien, dessen Höhe 1700 m beträgt. Sie verwendeten zwei computergesteuerte Teleskope und die Sichtung des jungen Mondes war ihnen nicht möglich. Auch Mondsichter aus ganz Australien, Brunei, Indonesien, Malaysia, Iran, `Iraq, Sa`udi[-Arabien], Kuwayt, Algerien, Südafrika, Nigeria und Griechenland waren nicht imstande zu einer Sichtung des jungen Mondes am Donnerstag, dem 14. Oktober, wie dies die astronomischen Berechnungen schon im Voraus bestätigten. Glückwünsche an die islamischen Staaten, die ihr Fasten am Samstag begannen unter Bezugnahme auf eine Sichtung des jungen Mondes, wie Brunei, Indien, Pakistan, Iran, `Oman, Südafrika und eine Anzahl anderer islamischer Staaten. Es ist möglich in die detaillierten Ergebnisse der Beobachtung der Mondsichel des Monats Ramaḍān Einsicht zu nehmen auf der Seite des Islamischen Projekts zur Beobachtung der Mondsichel (ICOP) an der Adresse http://www.jas.org.jo/icop.html.

Übersetzung aus dem Arabischen: (c) Gerhard Aḥmad Kaufmann

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