Wann ist `Īdu l-Fitr (Ramazan Bayramı) 1434 n.H.?

Die astronomischen Gegebenheiten zum Beginn des Monats Šawwāl 1434 n.H.

Der geozentrische Neumond des Monats Šawwāl tritt ein am Dienstag, dem 6. August 2013 um 23:51 Uhr MESZ. Das ist ein paar Minuten vor Mitternacht. Zu diesem Zeitpunkt geht der Mond an der Sonne vorbei und kann nicht gesehen werden.

Am folgenden Mittwoch, dem 7. August kann die junge Mondsichel erstmals im äußersten Süden von Afrika gesichtet werden. In Südwestafrika, Botswana und Südafrika besteht an diesem Tag die Möglichkeit, die Mondsichel mit einigen Schwierigkeiten und vielleicht nur mit optischen Hilfsmitteln (Ferngläsern, Teleskopen) zu sehen. In Asien, Arabien, Nordafrika oder Europa ist eine Sichtung an diesem Tag noch völlig unmöglich. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 7. August/29. Ramaḍān nach dem Yallop-Kriterium, Quelle: Programm Accurate Times von Muḥammad Odeh – ICOP. Die Berechnung der Sichtbarkeitszonen über das Yallop-Kriterium beruht auf der Auswertung von mehreren Hundert Sichtungen oder Nicht-Sichtungen des Hilāls während der vergangenen 150 Jahre.

Shawwal1434_1

(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen: Gelb – Sichtung mit bloßen Augen ist nur unter günstigen Bedingungen zu erwarten; Magenta – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; Blau – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Weiß und rot – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich.)

Am Donnerstag, dem 8. August, kann die junge Mondsichel dann erstmals mit bloßen Augen in Südamerika, Australien, Südasien, Arabien, Zentral- und Nordafrika und Südeuropa gesichtet werden, wenn das Wetter es zulässt. In Europa bestehen günstige Sichtungsmöglichkeiten aber nur in Griechenland, Italien, Südfrankreich, Spanien und Portugal. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind auch an diesem Tag Sichtungen bestenfalls mit starken Teleskopen möglich. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 8. August/30. Ramaḍān nach dem Yallop-Kriterium:

Shawwal1434_2

(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen Grün – Hilāl mit bloßen Augen leicht zu sichten; Gelb – Sichtung mit bloßen Augen ist nur unter günstigen Bedingungen zu erwarten; Magenta – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; Blau – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Weiß und rot – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich.)

Unter Anwendung des Prinzips der „lokalen Sichtung“ (Ikhtilāfu l-maṭāli`) und unter Betrachtung von Europa als einen zusammenhängenden Sichtungshorizont (Maṭla`) ergibt sich folgende Stellungnahme:

Das gesegnete Fest des Fastenbrechens (`Īdu l-Fiṭr, Ramazan Bayramı) fällt in Europa frühestens auf Freitag, den 9. August 2013. Wa-Llāhu a`lam.

Da in Europa der Monat Ramaḍān sowohl nach dem Prinzip der „globalen“ wie der „lokalen Sichtung“ korrekterweise frühestens am Mittwoch, dem 10. Juli begonnen hat, sind dort somit im Monat Ramaḍān 30 Tage zu fasten.

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Anmerkung: Im Falle der Anwendung des Prinzips der „globalen Sichtung“ (Ittiḥādu l-maṭāli`) endet bei einer Sichtung des Hilāls am Abend des 7. August in Südafrika das Fasten nach 29 Tagen Ramaḍān und das gesegnete Fest des Fastenbrechens (`Īdu l-Fiṭr, Ramazan Bayramı) fällt in Europa dann auf Donnerstag, den 8. August 2013. Wa-Llāhu a`lam.

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Über aktuelle Ergebnisse der weltweiten Mondsichtung wird im Artikel Shawwâl-Mond 1434 berichtet.

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56 Kommentare on “Wann ist `Īdu l-Fitr (Ramazan Bayramı) 1434 n.H.?”

  • Ekrem Biyo schrieb am August. 8 2013, 12:26

    السلام عليكم‎ as-salāmu ʿalaikum,

    liebe Geschwister im Islam, ich wünsche euch allen: RAMADAN MUBARAK.
    Vielen Dank an die Geschwister, die diese Hompage betreuen. Möge Allah euch euren Einsatz belohnen.

    Bezüglich der Sichtung in den Ländern Saudi Arabien, Katar und Kuweit sei nur angemerkt, inwiefern “der Islam” dort gelebt wird. Wie kann man das sehen, was -noch- nicht sichtbar ist? Wir machen die vor Allah und allen Muslimen verantwortlich im Dieseits und im Jenseits. Wir machen auch die muslimischen Institutionen in Europa verantwortlich für den vorauseilenden Gehorsam.

    Wir müssen uns langsam von den “Blinden” distanzieren, sonst machen wir uns mitverantwortlich. Allah wird uns zur Rechenschaft ziehen.

  • Cenki schrieb am August. 8 2013, 19:10

    Zitat: Die Diyanet kapiert diesen Fehler nicht, weil sie nie eine echte Mondsichtung durchführen und auch keine Sichtungsmeldungen auswerten. Dann würde ihnen dieser Fehler vielleicht auffallen. Zitat Ende…

    Selam Admin, nun du sprichst aus deiner Sicht eindeutig von einem Fehler. Meine Frage an dich: Hast du deinen Standpunkt gegenüber der Diyanet vertreten??
    Über Meinungsverschiedenheiten lässt sich diskutieren, aber wenn es eindeutig ein Fehler ist, was die Diyanet macht, dann könntest du doch mal deinen Standpunkt vertreten. Wenn du es schon getan hast, was war deren Antwort?

    Ich meine mal gelesen zu haben, dass es in den 80ern ein Abkommen von den muslimischen Staaten gegeben hat, dass man sich auf die globale Sicht geeinigt hat. Weißt du mehr dazu?

    Hier wurden auch Gründe genannt, wieso die lokale Sichtung herangezogen wird. Rein aufklärerischer Natur, könntest du auch die Gründe pro globale Sichtung zusammentragen? Ich meine gelesen zu haben, dass die Entscheidung für die globale Sicht daher rührt, dass unsere Religion für die gesamte Menschheit herabgesandt wurde und somit für alle Allgemeingültigkeit hat. Und damit eben diese Diskrepanzen bei der lokalen Mondsichtung nicht entstehen, wurde eben für ein gemeinsames Fest auf die globale Sichtung entschieden. Aber evtl. weißt du mehr darüber. Aus informativer Sicht wäre es super, wenn du das zusammentragen könntest. Denn ich denke, die Absicht ist das wichtige.
    Du hast nämlich geschrieben, dass Allahu Teala so weise ist, dass er deswegen den Ramadan Fest auf 3 Tage ausgedehnt hat. Ich sage: Allahu Teala will, dass die Muslime sich auch innermuslimisch auf einen Konsens einigen sollten.

    Hast du Belege dafür, dass die Diyanet keine Sichtungen selbst durchführt?

    Admin-Kommentar: Die Diyanet arbeitet im Grunde richtig, aber die Interpretation der Daten sind irrtümlich. Auf http://www.diyanet.gov.tr/turkish/namazvakti/vakithes_harita.asp kannst Du sehen, dass Diyanet auch mit einer Sichtbarkeitszone arbeitet, die 1978 in Istanbul mit vielen anderen muslimischen Staaten beschlossen worden ist. Der Algorithmus ist nicht zeitgemäß und könnte z.B. durch das Yallop-Kriterium ersetzt werden. Das größte Problem meiner Meinung nach ist, dass in diesem Beschluss jede Sichtung unabhängig vom Standort für alle Standorte akzeptiert wird, sprich Globale Sichtung. Auch wenn mitten im Pazifik kurz vor der Datumsgrenze in Tahiti der Mond gesichtet wird, ist sie auch für Australien gültig. Das ist das größte Problem. Dieses Problem wurde letztes Jahr per E-Mail thematisiert und an Dr. Ekrem Keleş geschickt, der die Federführung in dieser Angelegenheit hat. Ich bekam eine Mail, wo es hieß, dass er sich meldete, sobald er Zeit fände. Das war vor etwa einem Jahr. Eine Erinnerungsmail brachte nichts.

    Kadir Yücel

  • Mursel schrieb am August. 13 2013, 1:40

    Danke an Cenki für die Fragen und Anregungen.

    Also als Essenz der Antworten von Kadir Yücel, dass eben ein gewisser Dr. sich in einem Jahr nicht melden kann, ist mal wieder so typisch. Wenn nicht er, dann hätte man das auch delegieren können oder gar müssen (!). Erstaunlich, wie manche Funktionäre oder verantwortliche Personen so leichtfertig mit ihrer Verantwortung umgehen. Ein konstruktives Aufeinandertreffen und Austausch der Standpunkte wäre wichtig und gar richtig. Für die Zukunft wünsche ich mir wie sicherlich viele andere auch, dass endlich einmal wenigstens länderweise eine einheitliche Terminierung hinsichtlich des Anfanges und des Endes des Fastenmonates festgelegt werden würde. Das wäre sehr hilfreich für alle Beteiligte und würde auch Klarheit und vor allem Anerkennung der Nichtmuslime zur Folge haben. Vielen Dank an alle Mitwirkenden dieser wichtigen Internetseite. Mögen die guten Absichten reichlich belohnt werden hier und im Jenseits.

    Barakallafikum Mursel

  • Cenki schrieb am August. 13 2013, 3:29

    @admin

    Der von dir angegebene Link funktioniert nicht 🙁

    kommst du nun der Bitte wegen der globalen Sichtung nach?

    @admin und mursel

    Dann muss man es nochmal und nochmal probieren. Wenn nötig, dann auch öffentlich den Druck erhöhen. Es geht ja schließlich nicht um Pöbelei, sondern um konstruktive Forschung.

    Admin-Kommentar: Link wurde korrigiert. Auf Bitten kann eingegangen werden, wenn unsere Zeit es zulässt, denn wir arbeiten freiwillig und in unserer Freizeit an dieser Webseite.

    Ahmad Kaufmann

  • Emrah schrieb am September. 22 2013, 13:30

    Selamun aleykum lieber admin,

    danke für die recht aggressive Antwort auf meine frage. Erstmal möchte ich festhalten, dass ich kein Experte bin und mich bei meiner Frage rein auf die Information auf dieser Seite gehalten habe, daher noch eine Frage basierend auf ihre Reaktion: Wenn die globale Sichtung nun so ein Schwachsinn ist, warum geben sie das als Option hier an, als wäre das auch eine Möglichkeit der Mondsichtung?

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm, liebe Emrah. Ich bitte Dich um Entschuldigung für meine vorige etwas kurz angebundene Antwort. Ich hatte damals bereits etliche nervende Kommentare beantwortet, und als ich zu Deinem kam, war meine Toleranzschwelle bereits etwas niedrig. Ich sehe, dass meine Antwort dadurch etwas missverständlich ausgefallen ist. Daher hier etwas ausführlicher: Es gibt sehr viele Gründe, warum die lokale Sichtung sinnvoller ist als die globale, der genannte Grund ist nur einer davon (wenn auch ein sehr prägnanter). Andere Gründe sind z.B. die nicht durch die Sunna des Propheten (s) belegbare Praxis, dass man die Monatsbeginne, die in entfernten Städten des Reiches festgelegt wurden, nachräglich synchronisiert hätte, nachdem die Informationen zwischen den Städten ausgetauscht worden sind.

    Da wir hier zwar nach besten Wissen über die astronomischen/geographischen Gegebenheiten informieren, und dazu auch unsere Meinung haben, aber andererseits keine Rechtsgutachten abgeben und niemand zu irgendwas zwingen wollen, informieren wir (nur der Vollständigkeit halber) auch über die Interpretation der astronomischen Gegebenheiten, wenn jemand unbedingt globale Sichtung praktizieren will. Es ist aber dabei zu beachten, dass globale Sichtung nur in die Vergangenheit ausgewertet werden darf, nicht in die Zukunft (wie es fälschlicherweise die türkische Diyanet tut), d.h. ich darf auch bei globaler Sichtung nur Sichtungsergebnisse berücksichtigen, die bereits erfolgt sind – nicht solche, die erst viele Stunden nach Sonnenuntergang bei uns irgendwo in Chile, Hawaii oder Tahiti möglich sein werden.

    Ahmad Kaufmann

  • Giorgio Jibril Ferrone schrieb am Juli. 17 2015, 14:17

    Salam alaykum Brüder.

    Ich weiß, ihr habt viele Fragen zu beantworten, aber vielleicht könnt ihr euch etwas Zeit nehmen und mir erklären, warum es für uns nicht gilt, wenn der Hilal in Südamerika gesichtet wird. Zu dem Zeitpunkt, als man den Hilal gesichtet hat in Bogota oder Chile, haben wir ja sowieso nicht gefastet. Es war zwar schon der 30ste, aber ich verstehe nicht ganz, warum wir ihn vervollständigen sollen?

    Bitte um kurze Erklärung, wenn es euch möglich ist. Ich möchte euch ein großes Kompliment aussprechen für eure Arbeit. Für mich persönlich seid ihr die einzig richtige Seite für dieses Thema. Der Rest macht nur blabla. Ich habe heute nicht gefastet, weil wir mit der Mehrheit feiern sollen laut Gelehrten, aber ich werde diesen Tag nachfasten, bevor ich die 6 Tage Shawwal faste. Danke im Voraus, Brüder und Schwestern. Ich wünsche euch ein gesegnetes Fest morgen. Allah leite euch recht. Grüße, G. Jibril

    Admin-Kommentar: Danke für Deine netten Worte. Auch Dir ein schönes Fest. Das Problem mit den Sichtungen in Amerika ist, dass es nicht der Sunna unseres Propheten (sas) entspricht und dass es weder logisch noch sinnvoll ist.

    Ich habe ja weiter oben schon geschrieben: Der islamische Tag “29. Ramaḍān “, der auf den 16. Juni fällt, endet mit Sonnenuntergang am Abend des 16. Juni. Zu diesem Zeitpunkt und noch kurz danach kann über die Sichtung der Mondsichel entschieden werden (da sie nämlich kurz nach der Sonne ebenfalls vom Himmel verschwindet), dann muss die Entscheidung über den Beginn des neuen Monats fallen. Das was viele Stunden danach in Amerika oder noch weiter im Westen im Pazifik stattfindet, geschieht nach unserer Zeit in Europa bereits am nächsten islamischen Tag.

    Selbst wenn man Globale Sichtung praktiziert, muss man irgendwo eine zeitliche Grenze setzen, wo man sagt: Jetzt ist die Entscheidung gefallen, alles was jetzt noch an Informationen kommt, gilt dann für den nächsten Tag. Auch die Information über die Sichtung in Chile lag ja bei uns nicht um Mitternacht vor, sondern erst am nächsten Morgen, und die über die Sichtung in Kolumbien erst um die Zeit des Fastenbeginns. Man sieht daran, dass es einfach nicht praktikabel ist, auf solche Meldungen zu warten. Und man kann Entscheidungen über den Eintritt der Zeit für gottesdienstliche Handlungen (`Ibādât) nicht von Ereignissen abhängig machen, die erst irgendwann in der Zukunft stattfinden.

    Der Islam ist eine „einfache“ Religion für jedermann. Wenn man den Mond sieht, oder man aus seiner näherem Umgebung darüber Nachricht erhält: Wunderbar, dann beginnt oder endet der Ramadân. Ganz einfach. Aber NICHT so: Man könnte ja irgendwo am Südpol den Mond sehen, vielleicht erhalte ich darüber Nachricht, vielleicht auch nicht, und vielleicht ist es dann noch früh oder vielleicht ist es schon spät. Jetzt muss ich die ganze Nacht am Telefon oder im Internet herumhängen, usw. So „funktioniert“ der Islam nicht.

    Viele Grüße und salâm,
    Ahmad Kaufmann

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