Wann ist `Īdu l-Fitr (Ramazan Bayramı) 1439 n.H.?

Der geozentrische Neumond des Monats Šawwāl tritt ein am Mittwoch, dem 13. Juni 2018 um 21:43 Uhr MESZ. Zu diesem Zeitpunkt geht der Mond an der Sonne vorbei und kann nicht gesehen werden.

Erst am darauffolgenden Donnerstag, dem 14. Juni, besteht die Möglichkeit, die junge Mondsichel erstmals in Indonesien zu sichten. Weitere Sichtungsmöglichkeiten bestehen im Verlauf dieses Tages dann auch in Indien, Iran, Arabien und Afrika. Für Europa wird eine Möglichkeit zur Sichtung des Hilāls an diesem Tag wahrscheinlich nur in Griechenland, Italien, Südfrankreich, Spanien und Portugal bestehen. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind selbst mit optischen Hilfsmitteln keine Sichtungen zu erwarten. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 14. Juni/29. Ramaḍān nach dem Yallop-Kriterium, Quelle: Programm Accurate Times von Muḥammad Odeh – ICOP. Die Berechnung der Sichtbarkeitszonen über das Yallop-Kriterium beruht auf der Auswertung von mehreren Hundert Sichtungen oder Nicht-Sichtungen des Hilāls während der vergangenen 150 Jahre.


(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen: Grün – Hilāl mit bloßen Augen leicht zu sichten; Gelb – Sichtung mit bloßen Augen ist nur unter günstigen Bedingungen zu erwarten; Magenta – Es werden optische Hilfsmittel (z.B. Fernglas) benötigt, um den Hilāl am Himmel aufzufinden, danach kann Sichtung mit bloßen Augen möglich sein; Blau – Hilāl kann nur mit starken optischen Hilfsmitteln aufgefunden und gesehen werden; Weiß – kein Sichten des Hilāls mit bloßen Augen oder mit optischen Hilfsmitteln möglich; Rot – Mond geht vor der Sonne unter)

Am 15. Juni kann die Mondsichel dann überall auf der Welt gesehen werden, wenn das Wetter es zulässt. Vgl. graphische Darstellung der Sichtbarkeitszone für den 15. Juni/30. Ramaḍān bzw. 1. Šawwāl nach dem Yallop-Kriterium:


(Erläuterung der Sichtbarkeitszonen: siehe oben)

Unter Anwendung des Prinzips der „lokalen Sichtung“ (Ikhtilāfu l-maṭāli`) und unter Betrachtung von Europa als einen zusammenhängenden Sichtungshorizont (Maṭla`) ergibt sich folgende Stellungnahme:

Das gesegnete Fest des Fastenbrechens (`Īdu l-Fiṭr, Ramazan Bayramı) fällt in Europa frühestens auf Freitag, den 15. Juni 2018. Wa-Llāhu a`lam.

Da in Europa der Monat Ramaḍān sowohl nach dem Prinzip der „globalen“ wie der „lokalen Sichtung“ korrekterweise frühestens am Donnerstag, dem 17. Mai begonnen hat, sind dort somit im Monat Ramaḍān 29 Tage zu fasten.

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Anmerkung: Im Falle der Anwendung des Prinzips der „globalen Sichtung“ (Ittiḥādu l-maṭāli`) fällt das gesegnete Fest des Fastenbrechens in jedem Fall auf Freitag, den 15. Juni 2018. Wa-Llāhu a`lam.

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Über aktuelle Ergebnisse der weltweiten Mondsichtung wird im Artikel Shawwâl-Mond 1439 berichtet.

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23 Kommentare on “Wann ist `Īdu l-Fitr (Ramazan Bayramı) 1439 n.H.?”

  • Ahlusunnah schrieb am Mai. 28 2018, 11:43

    S. aleykum Herr Kaufmann,

    nach Ihrer Meldung, dass der Neumond am 13. Juni um 21:43 geschehen wird, müsste Türkei und DITIB normalerweise den `Idu l-Fitr am Donnerstag den 14.06 machen. Hast Du dafür eine Erklärung wieso Ditib den Fitr am Freitag macht??

    Lg

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Nein, das ist ein falscher Schluss. Auch wenn es viele Gründe zur Kritik gibt, so folgt die Türkei doch auf keinen Fall einer Berechnung des Neumonds. So etwas wurde lange Zeit in Libyen praktiziert, aber die Türkei berechnet (nach einem bestimmten Kriterium) die weltweit mögliche Sichtbarkeit des Hilâls. Der einzige grobe Fehler, den sie dabei machen ist, dass sie im Sinne einer „globalen Sichtung“ die Sichtbarkeit bis zu 15 Stunden in die Zukunft bis zur künstlichen Datumsgrenze im Pazifik berücksichtigen, anstatt die vergangenen 24 Stunden vor dem Sonnenuntergang zu bewerten, wie es korrekt wäre. Da die erste Sichtbarkeit des Hilâls erst im Laufe des 14. Juni „hinter“ die Datumsgrenze fällt (also westlich davon, siehe Diagramme oben), gilt auch in der Türkei erst der 15. Juni als `Îd-Tag.

    Wa-l-salâm
    Ahmad Kaufmann

  • Ahlusunnah schrieb am Mai. 28 2018, 14:44

    Lieber Bruder Ahmad,

    wo wird der Neumond am 13.06 um 21:43 sein? Welches Land? Und was spricht denn dagegen wenn man wie Beispiel Türkei auf die Sichtung verzichtet und astronomische Berechnungen folgt?

    Lg
    Recep

    Admin-Kommentar: Beim Eintreten des Neumonds stehen Mittelpunkt von Erde, Mond und Sonne in einer Linie, das heißt das geschieht für jeden Punkt auf der Erde zur gleichen Zeit und kann nicht beobachtet werden. Es ist einhellige Meinung aller namhaften Gelehrten, dass der Hilâl in der Tradition des Propheten (s) und seiner Gefährten gesichtet werden muss. Das ist Fardu l-kifâya: Wenn es nicht wenigstens einer macht, lädt die gesamte Umma Schuld auf sich. Ansonsten sind das Rechtsfragen, zu denen es nur Mujtahid-Gelehrten zusteht, umfassend darauf zu antworten. Deswegen möchte ich mich da zurückhalten.

  • Ahmad schrieb am Juni. 10 2018, 4:24

    Selamun alaykum mond sichtung in argentinien 13. juni 2018, sonnenuntergang ist 17 uhr 48 und mondsichel neu mond untergang 17 uhr 59. es muss doch dann 14. juni aid bayram sein oder? esselamun alaykum

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Am 13. Juni ist nirgendwo auf der Welt eine Mondsichtung möglich, auch nicht in Argentinien. Siehe Diagramm oben im Artikel. Dort ist alles erklärt.

    Ahmad Kaufmann

  • Abdullah schrieb am Juni. 10 2018, 12:15

    Salam Alaykum Ahmad Kaufmann,
    Sie schreiben:
    „Im Falle der Anwendung des Prinzips der „globalen Sichtung“ (Ittiḥādu l-maṭāli`) fällt das gesegnete Fest des Fastenbrechens in jedem Fall auf Freitag, den 15. Juni 2018. Wa-Llāhu a`lam.“
    Nach dem Prinzip der globalen Sichtung hat aber der Ramadan laut Sichtung aus Kalifornien doch auch am Abend des 16. Mai begonnen, dann ist am 14. Juni der 29. Ramadan, es kann also, wenn eine Sichtung am Abend des 14. Juni ausbleibt, auch noch einen 30. Ramadan geben.
    Oder entgeht mir da irgendeine wichtige Einzelheit?

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Der zitierte Satz folgt nicht aus einer Berücksichtigung oder Nicht-Berücksichtigung der angeblichen Sichtung in Kalifornien (die übrigens nicht uneingeschränkte Akzeptanz unter den Fachleuten gefunden hat), sondern bezieht sich allein auf die Auswertung der Sichtbarkeitszone des Hilâls am 14. Juni 2018. Da im Verlauf der 24 Stunden vor dem Sonnenuntergang in Europa eine Sichtung des Hilâls in den genannten Gegenden möglich und mit hinreichender Sicherheit zu erwarten ist (und Nachrichten darüber rechtzeitig genug vorliegen werden), beginnt der neue islamische Monat dann nach dem Prinzip der globalen Sichtung auch in Europa in jedem Fall mit Sonnenuntergang am Abend des 14. Juni, nicht ein Tag davor und nicht ein Tag danach. Das sollte damit gesagt werden.

    Ahmad Kaufmann

  • Ahmad schrieb am Juni. 11 2018, 4:06

    Essalamu alaykum in Argentinien ist vom uhr zeitlich fünf stunde vor als anderen länder ihr angegeben zeit 13juni 
    21uhr43  ist in argentinien 16uhr 43.verstehen sie mich bitte nicht falsch ich möchte unklarheiten in  mein kopf ein antwort finden
    Essalamu alaykum 

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Bruder Ahmad, ich weiß nicht, was Du willst. Ich habe doch geschrieben: Nirgendwo auf der Welt, auch nicht in Argentinien, ist am 13. Juni der Hilâl zu sehen. Nimm das als Aussage oder lasse es bleiben, ich kann Dir nichts anderes sagen.

    Argentinien ist groß, aber nehmen wir Buenos Aires: Dort geht am 13. Juni die Sonne um 17:50 Uhr argentinischer Zeit unter. Bei uns ist es zur gleichen Zeit 22:50 Uhr MESZ. Das spielt alles keine Rolle, weil der Hilâl im günstigen Fall erst etwa 14 Stunden später bei Sonnenuntergang in Indonesien erstmals gesehen werden kann. Dort ist in Jakarta Sonnenuntergang am 14. Juni um 17:46 indonesischer Zeit, bei uns ist es dann 12:46 MESZ, aber eben schon der 14. Juni. also ob lokal oder global, der 14. Juni KANN UNMÖGLICH der erste Festtag sein.

    Ahmad Kaufmann

  • Mahmood schrieb am Juni. 11 2018, 13:21

    Salam Alaykum,

    nach dem Prinzip der lokalen Sichtung würde Eid in Deutschland dann auf Samtag den 16.06.2018 fallen?

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Das kommt darauf an, wie man „lokal“ definiert. Aus bestimmten gewichtigen Gründen, die in der Einleitung zu den Jahreskalendern erklärt sind (im Abschnitt „Zur Berechnung der Jahreskalender“), nehme ich als Maṭla` ganz Europa an. Dann gilt die Aussage wie oben im Artikel mit besonderer Betonung des Wortes „frühestens“. Das kann aber jeder halten, wie er will, wenn er meint, das besser begründen zu können.

    Ahmad Kaufmann

  • Hassan schrieb am Juni. 11 2018, 21:22

    Salam u alaikum
    Bruder wann wirst du ungefähr am Donnerstag bekannt geben 
    Ob der Mond in Deutschland gesichtet worden ist? 
    Wa salam

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Tut mir leid, aber das kann ich im Voraus nicht sagen. Am Donnerstag wird noch keine Sichtung in Deutschland möglich sein. Aber es wird im Laufe des Tages und des Abends voraussichtlich Meldungen aus anderen Ländern geben.

    Ahmad Kaufmann

  • Pankonin Robert schrieb am Juni. 12 2018, 12:26

    Moinsen

    Zu einem besseren Verständnis des Verlaufs des Mondes möchte ich folgenden Link posten.
    https://www.timeanddate.de/astronomie/mond/mondlicht-weltkarte

    Hinzufügen möchte ich noch: Auch von muslimischer Seite ist in den letzen Jahrzehnten ein verstärktes Interesse an den Fragen des Neulichts festzustellen. Der islamische Kalender ist heute der einzige, der allein durch den Mondlauf gelenkt wird und bei dem der Monatsbeginn vom Augenschein abhängt, wie im Koran festgelegt. Dort steht das Wort Hilal (pl. ahilla), das sich ableitet von erscheinen, sich neu zeigen , das also genau dem Ausdruck Neulicht entspricht. Muslimische Autoritäten scheinen dabei immer wieder zu neuen Ergebnissen zu kommen, denn einige islamische Länder haben in der letzten Zeit ihren Kalender mehrfach geändert. Derzeit wird auch heftig diskutiert, welche technischen Hilfsmittel angewendet werden dürfen.
    Über all dem sollte aber nicht vergessen werden, dass es letztendlich nur um eine klare Interpretation von Koran, Sure 2, Vers 189 geht:
    „Man fragt dich nach den Neulichten (ahilla). Sag: Sie sind (von Gott gesetzt als) feste Zeiten für die Menschen, und für die Wallfahrt.“
    Quelle: http://www.nabkal.de/neulicht.html

  • Mazen schrieb am Juni. 12 2018, 15:13

    I think Ahmad wanted to make Ramadan 28 days when he talks about seeing the moon on Wednesday, meanwhile the month should be 29 or 30 days. Never heard an Arabic month was 28 days. The moon should be watched on Thursday/14.Jun /29.Ramadan if seen then next day is Eid, if not Friday should be the 30th day of Ramadan, as we are ordered in Alhadeeth Al Shareef. No more no less.

    Admin-Kommentar: I don’t think so. I guess that his confusion is caused by some misunderstanding about local time zones, the international date line and things like that. If he started the month Ramadân following the false interpretation of the hilâl’s visibility as regularly proclaimed by the Turkish authorities, 14 June will be already a false „30. Ramadân“.

    Ahmad Kaufmann

  • Mahmood schrieb am Juni. 12 2018, 21:05

    Salam Alaykum,
    Zu der Frage oben bezüglich der lokalen Sichtung: Für mich bedeutet lokale Sichtung Deutschland und direkte Umgebung, wie zu den Zeiten des heiligen Propheten SAW und nicht Malta oder Marokko. Jazakallah für die Antwort

  • Kalko schrieb am Juni. 13 2018, 1:40

    Selamun aleykum lieber Admin:
    Das Wort „Wa-Llāhu a`lam“ bedeutet sowie: „Universum weiß es“. Eigentlich sollte es heissen: „Wa llahu a lim“ „Allah weiß es“.
    Gott möge Euch belohnen.

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Ich weiß nicht, wo Du diese Weisheit her hast, aber ich kann dir gerne erklären, was es wirklich damit auf sich hat.

    والله أعلم – in DMG-Umschrift „ Wa-Allāhu ʾaʿlam“ – ist ein einfacher Aussagesatz. ʾaʿlam ist hier nicht das Verb in dem Satz, sondern ein Prädikativ zum Subjekt „Allāh“. Von der grammatischen Form her ist es ein Elativ (die Steigerungsstufe) des Partizips عالم – ʿālim – „wissend, der Wissende“. Ansonsten gibt es kein Vollverb in dem Satz, sondern man muss das Hilfsverb „ist“ ergänzen, das kann man im arabischen Aussagesatz weglassen.

    Damit heißt der Satz wörtlich also ganz einfach:
    „Und Allāh (ist) ein besser Wissender“.

    Bezogen auf Allāh übersetzt man Sätze mit ähnlichen Aussagen auch gerne im Superlativ, also „Und Allāh (ist) der am Besten Wissende“, aber das ist dann schon eine Interpretation, das geht über die wörtliche Bedeutung hinaus.

    Der Satz entspricht in seiner Struktur exakt dem Satz الله أكبر – Allāhu ʾakbar. Auch hier ist ʾakbar ein Prädikativ und von der Form her ein Elativ zum Adjektiv كبير – kabīr – „groß“.

    Der Satz الله علم – „Allāhu ʿalim“ ist ein Satz mit einem Vollverb und wie Du richtig sagst, heißt das: „Allāh weiß“, aber das ist weder in der Bedeutung noch in der absoluten Aussagekraft dasselbe wie „Allāhu ʾaʿlam“.

    Aḥmad Kaufmann

  • Christopher schrieb am Juni. 13 2018, 10:04

    Assalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuh
    Bei den ganzen Fragen (und Missverständnis von Mazen & Co), wollte ich mich nur mal für ihre Arbeit bedanken. Jazakallahu khairan!!!!

  • Ali schrieb am Juni. 14 2018, 0:46

    Salam Herr Kaufmann,

    zunächst vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit.
    Möge Gott sie belohnen und segnen.

    Nun zu meiner Frage: Wenn Sie sagen Eid-ul-fitr fällt frühestens auf Freitag,
    meinen Sie dann, dass Freitag noch gefastet werden muss oder nicht?
    Ich bin etwas verwirrt, weil sie meinten, dass am Donnerstag-Abend der Mond
    von Deutschland aus mit Sicherheit nicht gesehen werden kann.

    Vielen Dank und Salam aus Köln.

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salām. Am Donnerstagabend wird der Hilāl noch nicht von Deutschland aus zu sehen sein. Wie weiter oben schon gesagt, nehme ich als nehme ich als Maṭla` für die Mondsichtung ganz Europa an. Dann gilt die Aussage wie oben im Artikel. Bei einer Sichtung in Italien oder Spanien am Donnerstagabend beginnt dann mit Sonnenuntergang der Monat Šawwāl und Freitag ist der Festtag. Das ist das frühestmögliche Datum dafür. Wenn jemand für sich einen anderen Maṭla` wählt, kommt er vielleicht zu anderen Ergebnissen und möchte am Freitag noch fasten. Das kann aber jeder halten, wie er will, wenn er meint, das besser begründen zu können.

    Ahmad Kaufmann

  • Abdulhamid schrieb am Juni. 14 2018, 3:39

    Assalamu Alaikum Herr Kaufmann,

    vorerst will ich Ihnen aufrichtig danken für die ausgesprochen gute Aufklärungsarbeit, die sie seit Jahren hinsichtlich der Sichtung der Mondsichel auf dieser Website leisten. Sie versuchen stets logisch nachvollziehbares, konsistentes, überprüfbares und schließlich den Überlieferungen des Propheten (asm) entsprechendes Wissen zur Sichelsichtung in deutscher Sprache zu vermitteln, das ich stets mit großem Interesse verfolge. Ich will keine Diskussion anstoßen, welche Vorgehenswiese letztendlich Recht hat, das weiß nur der Schöpfer, wie sie auch oft in ihren Texten andeuten. Dennoch möchte ich einen Kritikpunkt vortragen: 

    Sie schreiben in einem obigen Kommentar vom 28. Mai 2018: 

    „(…) Der einzige grobe Fehler, den sie dabei machen ist, dass sie im Sinne einer „globalen Sichtung“ die Sichtbarkeit bis zu 15 Stunden in die Zukunft bis zur künstlichen Datumsgrenze im Pazifik berücksichtigen, anstatt die vergangenen 24 Stunden vor dem Sonnenuntergang zu bewerten, wie es korrekt wäre. “ 

    Bei der Verwendung des Argumentationsstrangs des Ittiḥādu l-maṭāli` (globale Sichtung) vernachlässigen Sie den Punkt, dass global nicht nur als eine räumliche definierte Maßstabsebene, als vielmehr einer übergeordnete internationale Koordinationsbestrebung darstellt, daher ist auch der Begriff „Ittiḥād“/Einheit sehr passend. Man versucht durch einen menschlich herbeigeführten Konsens im Einklang mit authentischen islamischen Quellen, einen Standard, eine einheitliche Formalität zu etablieren. Daher ist es in diesem Kontext nur konsequent, die als Standard/Konvention definierte internationale Datumsgrenze im Sinne der globalen Sichtung zu verwenden. Deshalb ist es wiederum von Ihnen methodisch sowie logisch inkonsequent, den Befürwortern der globalen Sichtungsweise (hier der türkischen Diyanet Behörde) einen „groben Fehler“ vorzuwerfen, wenn diejenigen innerhalb der Methodik der globalen Sichtung 15 Stunden in die Zukunft greifen und ex post den Monatsbeginn auf einer (globalen) Ebene festsetzen. Sie argumentieren somit aus einer Perspektive der Befürworter der lokalen Sichtungsmethodik und sprechen der anderen Methodik implizit die Legitimation ab.
    Abschließend sei noch gesagt:  Eine auf authentische Quellen beruhende Methodenpluralität ist in jeder Hinscht eine Bereicherung, jedoch ist es auch verständlich eine Einheit in der Vielfalt anzustreben, weswegen ich ihre Seite begrüße. Jede Idschtihad bindet absolut gesehen nur seinen Mudschtahid.

  • Sunni schrieb am Juni. 14 2018, 5:58

    As salamu alaikum. Stimmt es das der Ramadan Mond doch am 15 Mai gesichtet wurde?

    http://africanulama.org/en/2018/05/18/resolution-on-the-arrival-of-ramadan-month-year-1439h/

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Die von Dir genannte Webseite ist ein gutes Beispiel dafür, wie es nicht laufen sollte. Erstens gebe ich nichts auf Aussagen wie: „Wir erhielten Nachricht davon, dass jemand berichtet hat, dass er gehört hat, dass an einem Ort XY der Hilâl gesichtet wurde.“ Solche Aussagen findet man immer zu den wichtigen Anlässen, aber solche Aussagen werden bei uns grundsätzlich nicht verwertet, sondern nur authentische Aussagen von Leuten, die persönlich eine Sichtung gemacht und gemeldet haben, also kein Hörensagen. Der zweite Punkt ist der, dass eine islamisch-rechtlich relevante Aussage auch mindestens einer Plausibilitätsprüfung genügen muss. Westafrika lag am 15. Mai noch soweit von einer möglichen Sichtbarkeitszone des Hilâls entfernt, dass es nicht nur unwahrscheinlich, sondern absolut unmöglich war, selbst mit den stärksten optischen Hilfsmitteln, dort den Hilâl zu sichten. Das ist nicht meine Interpretation, sondern das wird jeder, der sich auf dem Gebiet auskennt, bestätigen. Im islamischen Recht kann eine unbewiesene Aussage nicht gegen einen Beweis stehen, denn das erste ist ẓanniyy (zweifelhaft) und das zweite ist yaqīn (sicher). Und ẓanniyy kann nie höher bewertet werden als yaqīn. So etwas sollten diese „Gelehrten“ auch wissen, aber manche Leute sind sehr eifrig und geschickt darin, ihre eigene Unfähigkeit deutlich zu zeigen. Von daher ist die Aussage auf dieser Webseite einfach nur etwas für den Mülleimer.

    Ahmad Kaufmann

  • Tariq Qazi schrieb am Juni. 14 2018, 7:49

    Selam,
    Lieber Bruder Jazakallah. Möge Allah dich für deine Bemühungen reichlich belohnen. Lieber Bruder, ich verfolge deine Seite schon seit etlichen Jahren. Tolle Arbeit. Eine Anmerkung hätte ich jedoch, ich betrachte und verstehe unter lokaler Sichtung ebenfalls die Sichtung im Land in dem man lebt, folglich wäre dies Deutschland. Zumal Europa keine einheitliche Zeitzone ist. Ansonsten sind die Grenzen zwischen globaler und lokaler Sichtung zu nah beieinander. Waslam 

  • Djamil schrieb am Juni. 14 2018, 8:19

    Vielen Dank für das Engagement und die tolle Arbeit die ihr leistet! Gott vergelts ins.!

  • Zayli schrieb am Juni. 14 2018, 11:28

    Salamu Aleykum, 

    ich bedanke mich vielmals für eure tolle Arbeit. 

    Meine Frage wäre: Wie genau wird festgestellt, ob Länder denselben Horizont haben oder nicht und was ist die Begründung dafür, dass ganz Europa denselben Horizont haben soll? 

    LG

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Das ist eine Sache, die von Islamgelehrten auf Grundlage verschiedener Ansichten und verschiedener Rechtsschulen unterschiedlich diskutiert wird. Da ich nicht darauf warten kann, bis die sich geeinigt haben, habe ich für mich eine rationale, praktikable und plausible Lösung angenommen, die in der Einleitung zu den Gebetskalendern begründet ist, siehe dort. Das ist meine Meinung und jeder kann das genauso oder anders sehen, wie er will, aber ich habe meine Gründe dafür, die ich nicht einfach so aus dem Blauen gefischt habe, sondern die auf einer langjährigen praktischen Beschäftigung mit diesem Thema begründet sind. Ich betone hier „praktisch“, denn eine anderslautende theoretische Begründung ist schnell aus der Tasche gezogen, aber die muss sich auch in der realistischen Umsetzung beweisen. Auf die Beweise warte ich dann ganz entspannt.

    Ahmad Kaufmann

  • Mustaga schrieb am Juni. 14 2018, 11:54

    Selamün aleykum
    erstmal soll Allah dich für deine Arbeit belohnen.
    Kannst du mir bitte ohne Umwege sagen, ob die Mehrheit der Bevölkerung morgen Eid feiert oder nicht? Ist deine Berechnung die am meisten Benutzte unter den Gelehrten?

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. So wie es aussieht, scheint in diesem Jahr fast die ganze Welt morgen am 15. Juni `Id zu feiern. Das liegt daran, dass offenbar Saudi-Arabien und die Türkei auch diesen Tag propagieren (werden). Und das liegt ganz bestimmt nicht daran, dass die Gelehrten meine Art der Berechnung verwenden, sondern ist in diesem Jahr eine glückliche Fügung. Das soll aber nicht heißen, dass die „Gelehrten“ in den abweichenden Fällen eine „bessere“ oder „richtigere“ Berechnung verwenden, ganz im Gegenteil. In der Regel haben die „Gelehrten“ keine blassen Schimmer von astronomischen Berechnungen, und die Entscheidungen beruhen oft auf „politischen“ Gründen oder falschen Interpretationen von Berechnungen.

    Ahmad Kaufmann

  • Osman schrieb am Juni. 14 2018, 12:55

    Selamun aleykum lieber Bruder Ahmad,
    Erstmal vielen Dank und möge dich ALLAH für deine Arbeit belohnen.
    Ich hätte noch eine Frage zum Beginn des Ramadan. Milli Görüs hat in seinem Schreiben an die Muslime folgendes geschrieben:
    „Am 15. Mai 2018 nach der Greenwich Zeit wird ab 23:20 Uhr der Hilal ab Mitte Süd Amerika zu sehen sein, deswegen ist der erste Ramadan der 16. Mai 2018.“

    Die Sichtung ist dann von den Muslimen auf den Polynesischen Inseln erfolgt. 
    Kann das so richtig gewesen sein? Wenn ja hat der Ramadan für die Muslime die nach der globalen Sichtung gehen nicht am 16. Mai begonnen?

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm, Br. Osman. Das ist ja genau das, was ich immer sage. Wenn Du Dir die Sichtbarkeitszone im Artikel Wann beginnt der Ramadân 1439 n.H.? für den 16. Mai ansiehst, kann man feststellen, dass eine Sichtung in Südamerika eigentlich noch nicht möglich war. Wenn man jetzt mal annimmt, dort hätte jemand ein Superteleskop gehabt und die Sicht zum Horizont wäre super-klar gewesen und der Beobachter hätte Adleraugen und eine immense Erfahrung mit der Mondsichtung gehabt, dann könnte man eine postulierte Sichtung aus Peru (vor der Spitze der Sichtbarkeitszone) vielleicht dennoch nicht gleich ausschließen. Nehman wir also mal Lima in Peru an, dort war am 15. Mai um 17:52 Uhr lokaler Zeit Sonnenuntergang. Bei uns war es um diese Zeit bereits 0:52 Uhr MESZ am 16. Mai. Aber das spielt ja sowieso keine Rolle, weil niemand dort eine Sichtung gemeldet hat. Bis eine Sichtungsmeldung zu uns kam, war bereits der 16. Mai „am Laufen“ und eine Entscheidung über den Beginn eines neuen Monats kann nur kurz (innerhalb 1 bis 2 Stunden) nach Sonnenuntergang gefällt werden, und die nächste Gelegenheit dazu war dann bei uns bei Sonnenuntergang am Abend des 16. Mai. Dann hieß es bei Bewertung einer globalen Sichtung: „Jawohl, irgendwo auf der Welt wurde bereits der Hilâl gesichtet, also beginnt jetzt der neue Monat. Erster Fastentag ist damit der 17. Mai.“

  • Abdurrahmân Cengiz schrieb am Juni. 14 2018, 19:17

    السلام عليكم ورحمه الله وبركاته
    ماشاء الله اخي بارك الله فيك و جزاك الله خير

    Gibt es bereits Neuigkeiten bezüglich der Mondsichtung in anderen Ländern?

    Admin-Kommentar: Wa `alaykum al-salâm. Siehe hier.

  • gekko schrieb am Juni. 14 2018, 23:27

    Hallo & Selam,

    ich bedanke mich zunächst für beim Admin und allen anderen Mitwirkenden, welche diese informative Website kreiert haben. Möge unser Schöpfer euch für diese Arbeit im Diesseits u. Jenseits belohnen Insha-Allah. Nun, nachdem ich mir hier einige Beiträge angeschaut habe, möchte ich gerne auf das Thema „Lokale Sichtung oder Globale Sichtung“ ebenfalls eingehen. Tja, die Antwort ist eigentlich ganz leicht auf unser Zeitalter abzuleiten. Was soll denn daran so mysteriös sein? Es existieren doch authentische Fälle, welche die Antwort auf diese Frage geben. Für mich ist zunächst die „lokale Sichtung“ von Bedeutung! Wenn dies nicht möglich wäre, was ich in unserem Zeitalter bezweifle ;), käme zuletzt eine „globale Sichtung“ infrage. Der Admin oder einer seiner Mitarbeiter haben die Antwort auf dieser Website bereits parat und die lautet folgend:

    Kurayb berichtet, dass Umm al-Faḍl, die Tochter von al-Ḥāriṯ, ihn zu Muʿāwiya in Syrien sandte. Er sagte: Ich kam in Syrien an und erledigte ihre Angelegenheit. Der Monat Ramaḍān kam heran, als ich noch in Syrien war. Ich sah den neuen Mond (das Ramaḍān) am Freitagabend. Anschließend kam ich gegen Ende des Monats (wieder) in al-Madīna an. ʿAbdu-Llāh b. ʿAbbās erkundigte sich bei mir, danach erwähnte er den neuen Mond (des Ramaḍān) und sagte: „Wann habt ihr den neuen Mond gesehen?“ Ich sagte: „Wir sahen ihn am Freitagabend.“ Er sagte: „Hast du ihn gesehen?“ Ich sagte: „Ja, und die Leute haben ihn auch gesehen, so begannen sie ihr Fasten und Muʿāwiya begann (auch) das Fasten.“ Daraufhin sagte er: „Aber wir sahen ihn (erst) am Samstagabend. Daher werden wir das Fasten fortsetzen, bis wir 30 (Fastentage) vollendet haben oder wir ihn (den neuen Mond von Šawwāl) sichten.“ Ich sagte: „Genügt dir (taktafī) nicht die Sichtung durch Muʿāwiya und sein Fasten?“ und er sagte: „Nein, so ist es, wie es uns der Gesandte Allāhs (s) befohlen hat.“ Yaḥyā b. Yaḥyā (der letzte Überlieferer in der Kette) war im Zweifel darüber, ob (das Wort in der Erzählung von Kurayb lautete) naktafī(„es genügt uns“) oder taktafī(„es genügt dir“).
    (Überlieferung: Imam Muslim, 6.2391, sahih)

    Peace und Selam Leute und allen wünsche schöne, gesunde Ramadan Feiertage.

  • Hilal schrieb am Juni. 15 2018, 3:10

    As Salam û alaykom wa rahmatullahi wa barakatuh 
    Bajram Mubarak Olsun an alle

    Endlich feiern wir mal alle zusammen 😉
    Albaner und Türken gehen ja selten nach der Mondsichtung wie die arabischen Länder und endlich können wir heute ALLE den 1 Shawwal begrüßen und feiern 🙂

    Wa alaykom Salam wa rahmatullahi wa barakatuh 

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